Der Hohenbosteler Unternehmer Claus Bartelt ist Besitzer eines Hotels auf der Krim

Investition in Putins Reich

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Meeresblick von der Dachterrasse: Claus Bartelts Hotel auf der Krim. Russland schließt die annektierte Halbinsel gerade mit einer Brücke ans Festland an. „Dann schnellen die Preise in die Höhe“, ist der 61-jährige Hohenbosteler überzeugt.

Hohenbostel. „Ohne Schmiergeld geht gar nichts“, räumt Claus Bartelt ein. Seit 2007 ist der Unternehmer aus dem Bienenbütteler Ortsteil Hohenbostel Besitzer eines Hotels auf der Krim – und die gehört seit der Annexion vor drei Jahren faktisch zu Russland.

Weiße Fassaden, große Balkone, Klimaanlagen – das Gebäude hat seinen Ostblockcharme abgelegt, und der Meerblick von der gerade fertiggestellten Dachterrasse entschädigt für vieles.

Die 36.000-Einwohner-Stadt Sudak am Schwarzen Meer ist ein alter Kurort und gilt als Zentrum der Wein- und Sektherstellung auf der Krim. Vor der Annexion kamen Bartelts Gäste aus der Ukraine, Weißrussland und Lettland, jetzt buchen vor allem Russen die 26 Zimmer.

Claus Bartelt.

„Ich war auf der Krim im Urlaub. Da hat man mich gefragt, ob ich was investieren will“, erzählt der frühere Hauptsponsor der Fußballer beim TSV Bienenbüttel. Einen Investorenschutz gibt es in Russland ebenso wenig wie vorher, als die sonnenverwöhnte Schwarzmeer-Halbinsel noch Teil der Ukraine war. „Ich habe aber immer richtig gelegen“, sagt der 61-Jährige der leidlich russisch spricht. Dafür verspricht er sich noch einiges von der weiteren Entwicklung, denn der russische Staat lässt derzeit eine Brücke vom Festland auf die Krim bauen. Die 19 Kilometer lange Straßenverbindung soll 2018 befahrbar sein. „Dann schnellen die Preise in die Höhe“, ist Bartelt überzeugt.

Ursprünglich sollte sein Hotel neun Stockwerke hoch werden, dann kassierte Putin die Krim ein. Probleme habe er aber auch unter russischer Herrschaft nicht gegeben. „Gefährlich ist es da nicht, aber man sollte nicht auf Putin schimpfen“, erzählt Bartelt, der früher die Geschäftsstelle einer Krankenkasse in Harburg leitete.

Einen Wasseranschluss hat er allerdings bis heute nicht. Zu unverschämt hoch ist die Schmiergeldforderung. So kommt das Wasser mit dem Tanklaster.

Das Hotel auf der Krim ist nicht seine einzige Auslandsinvestition. In der mongolischen Hauptstadt Ulan Bator baute er das Universitätsgebäude für 1000 Studenten. In der estnischen Hafenstadt Pärnu hat er ein Haus in der Altstadt restauriert. „Hier oben ist mein Wohnzimmer, meine Küche, mein Schlafzimmer“, zeigt er Bilder seines Urlaubsdomizils.

Dass Bartelt im ehemaligen Ostblock investiert, hat etwas mit Fernweh, aber auch mit seinen Erfahrungen mit bürokratischen Auflagen in Deutschland zu tun. „Ich bin einfach glücklicher im Ausland. Hier machen einen die Behörden kaputt.“

Von Gerhard Sternitzke

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