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Schwerer Raub und Wohnungseinbruch: Angeklagter aus Kreis Uelzen zu Haftstrafe verurteilt

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Von: Jannis Wiepcke

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Der Angeklagte auf der Anklagebank des Lüneburger Landgerichtes
Das Lüneburger Landgericht hat den 31-jährigen Angeklagten zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Wegen seiner chronischen Suchterkrankung wird er in einer Entziehungsanstalt untergebracht. © Wiepcke, Jannis

Der Prozess um schweren Raub und Überfälle mit Schwerpunkt Bienenbüttel ist mit einer Verurteilung des Angeklagten geendet. Bereits am ersten Prozesstag hatte der Mann die ihm zur Last gelegten Taten gestanden.

Bienenbüttel/Landkreis - Seine offenkundige Reumütigkeit hat dem Täter nicht mehr geholfen – zu schwer wogen am Ende die Vorwürfe: Im Prozess um eine Serie von bewaffneten Überfällen, Wohnungseinbrüchen und Diebstählen, die sich zum Großteil in Bienenbüttel zugetragen haben, hat das Landgericht Lüneburg einen 31-Jährigen aus dem Landkreis Uelzen zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt.

„Die Kammer hat eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren verhängt und die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt angeordnet“, teilt Christina Edinger, Pressesprecherin des Landgerichts Lüneburg, auf AZ-Anfrage mit.

Zuvor war dem Mann von der Lüneburger Staatsanwaltschaft vorgeworfen worden, sich von Oktober 2020 bis März 2021 in Lüneburg, Uelzen, Bad Bevensen und Bienenbüttel in Geschäften, an öffentlichen Orten und auch durch unbefugten Zutritt zu einer Wohnung verschiedene Gegenstände entwendet zu haben. Darunter sollen ein E-Roller, ein Fahrrad, Laptops und Kosmetikartikel gewesen sein. Darüber hinaus soll er am 25. Januar 2021 im Penny-Supermarkt in der Poststraße in Bienenbüttel unter Vorhalt eines Messers Bargeld in Höhe von 1500 Euro erbeutet haben. Sieben Monate später misslang dann ein weiterer Raub auf einen Aldi-Markt in Bienenbüttel.

Bereits am ersten Prozesstag hatte der Mann in vollem Umfang die Verantwortung für die Taten übernommen und beteuert, dass er diese niemals begangen hätte, wenn er nicht unter dem Einfluss seiner Sucht nach Heroin, Kokain und Benzodiazepinen gestanden hätte. „Es ist, als ob der Teufel in dir steckt“, schilderte der Mann damals Richterin Dr. Lydia Mumm seine Lage. Mit dem Erlös des Diebesgutes habe er seinen chronischen Drogenkonsum finanzieren wollen.

Während das Gericht dem Angeklagten zugutehielt, dass er sich mittlerweile in einen Drogenentzug begeben habe, sorgte eine unerwartete Wendung am zweiten Prozesstag dafür, dass sich die Aussicht auf eine milde Strafe in Luft auflöste: Nach dem ersten Prozesstag beging der Angeklagte drei weitere Diebstähle in Bad Bevensen, mit deren Erlös er einen offenen Strafbefehl in Höhe von 700 Euro zahlen wollte. Angesichts seiner Mittellosigkeit will er keine andere Möglichkeit gesehen haben, als in Bau- und Supermärkten Garten- und Heimwerkzeuge zu entwenden. Im Rahmen dieser Ermittlungen konnten zudem Betäubungsmittel bei dem Angeklagten aufgefunden werden.

Das Gericht sah aus diesem Grund keine andere Möglichkeit als die Anordnung einer Haftstrafe, da der Mann zuvor beteuert hatte, keine weiteren Straftaten mehr begehen zu wollen. Der Lüneburger Psychiater Reiner Friedrich hatte zwar festgestellt, dass eine verminderte Schuldfähigkeit infolge der eindeutigen Suchterkrankung nicht auszuschließen sei. Andererseits werde es aber auch definitiv zu weiteren Straftaten kommen, wenn der Mann nicht in den Entzug gehen würde. Jetzt hat der Verurteilte die Gelegenheit, sein Leben in der Haft in den Griff zu bekommen.

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