Julian Thormählen (25) aus Edendorf ist preisgekrönter Unternehmer – und hat nach China expandiert

„Ich will etwas Großes schaffen“

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Entschlossener Jungunternehmer: Der Edendorfer Julian Thormählen ist 25 Jahre alt und führt bereits ein Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitern in Adendorf und China.

Edendorf/Adendorf. Reisen, Messen, Videokonferenzen, Preise, Tochtergesellschaften in China: Julian Thormählen hat mit seinen 25 Jahren beruflich schon vieles erreicht, für das andere ein Leben lang arbeiten müssen.

Seitdem der Edendorfer vor zwei Jahren mit drei anderen jungen Männern das Unternehmen Tradeconthor gründete, schreibt er seine ganz eigene Erfolgsgeschichte. „Ich will etwas Großes schaffen“, erklärt Thormählen seine Motivation. Bislang ist er auf einem guten Weg. Innerhalb von zwei Jahren hat er als Geschäftsführer am Firmensitz in Adendorf 24 Mitarbeiter eingestellt, hinzu kommen rund 25 weitere in Tochtergesellschaften in China. Und auch einen Preis hat Thormählen mit seiner Firma gewonnen: den „Promotional Gift Award 2017“ für ein Ladekabel, das sowohl für Android- als auch IOS-Smartphones funktioniert. Aktuell präsentiert das Unternehmen sein neuestes Produkt auf der IFA in Berlin.

Angefangen hat für Julian Thormählen alles in seiner Kinderstube in Edendorf. „Dort haben wir die ersten Schritte gemacht, anderthalb Jahre von dort aus gearbeitet“, erzählt der Jungunternehmer, der bereits im ersten Jahr seines dualen BWL-Studiums sein erstes Start-up-Unternehmen gründete. Tradeconthor ist sein drittes Start-up und sein Baby: „Ich lebe für die Firma, privat brauche ich nicht viel.“ Er zahle sich nur ein geringes Gehalt aus, Überschüssen werden direkt reinvestiert.

Die erste Idee von Tradeconthor war einfach: „Wir wollten Produkte, die im Ausland gut laufen, nach Deutschland bringen“, sagt Thormählen. So richtig gut lief das aber nicht. Schnell sei ihm klar geworden, dass eigene Produkte her müssen. Aber: „Ich bin kein Designer, kein Zeichner, ich bin Kaufmann und kann vermarkten“, betont er. Deshalb sei für ihn immer das Team wichtig, unter anderem die Zusammenarbeit mit Produkt-Designern. „Ich sehe uns als Mannschaft, die unten angefangen hat und langsam aufsteigt“, erläutert Thormählen, der früher Fußball und Handball beim TSV Bienenbüttel spielte. Erfolge wie den ersten Auftrag feiert er nicht allein, sondern mit allen Mitarbeitern. „Den Anlass haben wir mit Burgern und Sekt gefeiert“, erinnert sich Thormählen. Die ersten Millionen Euro Umsatz zelebrierte die gesamte Belegschaft in den Adendorfer Büroräumen „mit spontan organisiertem Catering“.

Aktuell sehe er sein Team „auf Landesliga-Niveau“. Bis zum Jahr 2020 wolle er mit Tradeconthor in die Champions League aufsteigen, erster Ansprechpartner für innovative Elektronikprodukte in Europa sein. Kunden hat der Betrieb, der für 2017 mit einem Jahresumsatz von 3,7 Millionen Euro plant, bereits in mehr als 20 Ländern: unter anderem in Russland, Australien, Indien, China, Israel.

Ans Aufgeben habe er zu keinem Zeitpunkt gedacht, nicht mal als seine erste Start-up-Idee mangels Investoren floppte. „Viele haben mich anfangs belächelt“, berichtet Julian Thormählen. Er dagegen glaubte an sich und wollte allen Zweiflern und Skeptikern zeigen, „dass meine Ideen funktionieren“.

Von Florian Beye

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