Lothar Harder setzt Hotel-Abriss in Bienenbüttel fort / Finanzier beteiligt sich an Wohnanlage

„Ich hätte schon längst angefangen“

Bauträger Lothar Harder will Ende April mit den Bauarbeiten für die Wohnanlage an der Lindenstraße beginnen.
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Das verfallene Schwimmbad des ehemaligen Bienenbütteler Hotels Drei Linden.

Bienenbüttel. Fünf Monate lang herrschte Stillstand im ehemaligen Hotel Drei Linden. Gestern ist wieder Betrieb in der Bienenbütteler Abriss-Immobilie. Ein Arbeiter wirft ein Fenster aus einer Scharte im Obergeschoss.

Der Container füllt sich mit Müll aus der Schaufel eines Radladers. Dieser Tage soll dann auch der Abrissbagger anrollen, um Platz zu schaffen für die geplante Wohnanlage über den Ilmenauwiesen.

Bauträger Lothar Harder will Ende April mit den Bauarbeiten für die Wohnanlage an der Lindenstraße beginnen.

Lothar Harder weist darauf hin, dass alle Materialien getrennt werden müssen. „Ich hätte schon längst angefangen, wenn ich gewusst hätte, wohin mit dem Material“, sagt der Wustrower Bauunternehmer. Zudem habe er Planungssicherheit seites der Gemeinde haben müssen. Immerhin schlage allein der Abriss mit 120 000 Euro zu Buche.

Zweifel an der Finanzierung des 4,6-Millionen-Objekts lässt der Unternehmer nicht gelten. In der vergangenen Woche hat er nach eigenen Angaben den Vertrag mit einem Partner in Buchholz unterschrieben, der die Finanzierung übernimmt. „Mit den Banken ist es heute ja schwer“, fügt Harder hinzu.

Dagegen laufe es rund mit der Vermarktung der 23 Wohneinheiten vom kleinen Apartment bis zur 156-Quadratmeter-Eigentumswohnung. 16 Interessenten hätten sich bereits vormerken lassen. „Alles Bienenbütteler“, betont Harder.

Vom Hinterhof der ungewöhnlichen Immobilie geht der Blick über die Ilmenau, die Gartengrundstücke an der Einmündung des Mühlenbachs und auf den Turm der St.-Michaelis-Kirche. „Hier bleibt alles grün“, tritt der Bauträger Befürchtungen entgegen. Er werde einen wunderschönen Garten anlegen.

Der Eingang in das einstmals erste Haus am Platz. 

Von dem einstmals ersten Haus am Platz ist wenig geblieben. „Hier war die Rezeption“, führt Harder durch das entkernte Gebäude. „Hier war der Frühstücksraum.“ Nebenan der einstige Blaue Salon, in dem einst die Kellner Alois und Helge auftrugen. Der Zimmerbrunnen ist weg, geblieben ist eine gekachelte Säule. Am Seitentrakt, in dem sich auch der Saal befand, steht noch der Schriftzug „Schwimmbad“. Durch einige eingeschlagene Glasbausteine geht der Blick in das leere Schwimmbecken.

Die Baugenehmigung erwartet Harder zeitnah. In Einzelpunkten ist er der Gemeinde entgegengekommen. So sollen 67 Prozent der Fassaden verklinkert werden. Außerdem entstehen vier zusätzliche Parkplätze in der Tiefgarage, drei vor dem Haus und fünf am Bahnhof. Den Baubeginn plant Harder für Ende April. Bis Oktober 2018 soll die Wohnanlage stehen.

Von Gerhard Sternitzke

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