Huckel bleibt, wo und wie er ist

Die Aufpflasterung bei Hohenbostel sorgt bei vielen Bürger für Ärger.

Bienenbüttel - Von Ines Bräutigam. „Ich möchte mit meiner Anwesenheit zum Ausdruck bringen, dass ich mich da jeden Tag ärgere.“ Einer von mehr als einem Dutzend Hohenbostelter Bürger ließ am Donnerstagabend in der Sitzung des Bienenbütteler Bauausschusses seinem Zorn freien Lauf. Denn die Aufpflasterung – von allen nur „Huckel“ genannt – ist zum Aufreger für viele Hohenbosteler geworden.

„Da ist eine goldene Brücke für Radfahrer entstanden“, wetterte besagter Bürger. Autofahrer und vor allem Trecker hätten aber mit dieser Schikane allerdings so ihre Not: zu hoch sei sie und viel zu dicht an der Kreisstraße. „Das ist saugefährlich“, berichtete ein Landwirt. Man müsse diagonal über den Huckel fahren, was die Fahrzeuge belaste; ein rechtwinkliges Anfahren von der Kreisstraße aus ist kaum möglich, weil man so weit ausholen muss, dass man auf die Gegenfahrbahn geräte, hieß es unisono. Allerdings gab es auch einige – an diesem Abend wenige – andere Stimmen: „Seit der Huckel da ist, ist es mit der Raserei am Seyerberg vorbei“, stellte eine Anliegerin fest.

Gebaut wurde die Aufpflasterung im Zuge des Radweges nach Niendorf. Sie sollte zur Sicherheit der Radfahrer beitragen. „Eine Fahrbahnmarkierung hätte aber gereicht oder die Aufpflasterung hätte weiter in Richtung Hohenbostel gesetzt werden müssen“, fand am Donnerstagabend die Mehrheit der Hohenbosteler. Und deren Ortsvorsteherin und Abgeordnete der Kommunalpolitischen Alternative (KA), Diana Wendt-Dittmer, appellierte denn auch an ihre Bauausschuss-Kollegen, dafür zu stimmen, den Huckel wieder zu beseitigen. Schon während des Baus habe sie auf die enorme Höhe der Schikane hingewiesen und sei im Rathaus vertröstet worden, die Fertigstellung abzuwarten.

Bauausschussvorsitzender Heinrich Hellbrügge (CDU) räumte ein: „Der Bauausschuss hat sich das im Vorfeld alles angeguckt, aber nicht auf die Höhe des Huckels geachtet.“ Und auch Bürgermeister Heinz-Günter Waltje gab zu: „Wenn wir die Konsequenzen gewusst hätten, hätten wir sicher anders entschieden.“ Er verwahrte sich aber vor Schuldzuweisungen, auch in Richtung Landkreis, der Ausführender gewesen ist. „Hier darf sich niemand rausreden“, mahnte Waltje. Und auch Karl-Otto Constien (CDU) stellte fest, dass im Vorfeld alles ausführlich beraten wurde und warnte die Hohenbosteler davor, die Situation allein „aus dem Bauch heraus“ zu beurteilen, nur weil sie jetzt langsamer fahren müssten.

Eine Verlegung der Schikane oder einen ersatzlosen Abbau lehnten die Vertreter von CDU und SPD im Bauausschuss am Ende ab. Holger Janßen (KA) enthielt sich seiner Stimme, Diana Wendt-Dittmer stimmte gegen die Beibehaltung der jetzigen Situation. Eine Verlegung würde rund 30 000 Euro kosten, ein Abbau 15 000 Euro.

„Wir würden Geld ausgeben, das wir nicht haben“, argumentierte Bürgermeister Waltje, „und etwas abschaffen, was auch Vorteile bringt.“ Denn auch Vertreter von Polizei, Landkreis und Straßenbaubehörde hatten im Rahmen einer so genannten Verkehrsschau keinen Anlass für Veränderungen gesehen. Der Hohenbosteler Huckel bleibt also dort und so, wie er jetzt ist.

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