Mit „kräftiger Basis arbeiten“

SPD holt für Bürgergespräch über Bauplanungen Experten nach Bienenbüttel

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Die Entwicklung Bienenbüttels und seiner Ortsteile war Thema eines Vortragsabends. Fotos: ARCHIV (1)/ Holzgreve (2)

Bienenbüttel – Die SPD Bienenbüttel hat sich für die Pläne zur Ausweisung neuer Baugebiete und Bauvorhaben die Kompetenz eines Experten gesichert.

Professor Martin zur Nedden aus Leipzig hielt bei einem Bürgergespräch („Die Zukunft im Blick“) am Freitagabend im Restaurant „Zur alten Wassermühle“ einen Impulsvortrag, der die Gäste auch aus anderen Parteien Bienenbüttels Zukunft diskutieren ließ.

Professor Martin zur Nedden, Experte für Stadtentwicklung

Zur Nedden, Professor für Stadtentwicklung und Regionalplanung, empfahl den Bienenbüttlern eine „integrierte Stadtentwicklungspolitik“. Ökologie, Ökonomie, soziale und kulturelle Belange seien dabei zu berücksichtigen. „Ein ganz zentraler Punkt für den Erfolg von Kommunen ist die Unverwechselbarkeit“, sagte zur Nedden. Städte und Gemeinden könnten so zur „Marke“ werden. Das wirke nach innen und nach außen.

Arnold Witthöft, SPD-Fraktionsvorsitzender

Arnold Witthöft, Fraktionsvorsitzender der SPD im Rat, wies darauf hin, dass Bienenbüttel heute 6900 Einwohner und ein Durchschnittsalter von 44 Jahren habe. „Mit welchem Tempo wollen wir weitermachen?“, fragte Witthöft angesichts der Ausweisung von Baugebieten und dem angestrebten Bau neuer Wohnungen. „Die überwiegende Zahl der Ein-Personen-Haushalte sind Haushalte mit lebensälteren Personen. Was kann man anbieten?“, fragte Witthöft mit Blick auf Alleinstehende, die zum Beispiel aus ihren Einfamilienhäusern ausziehen wollten.

Zur Nedden hielt fest: „Bienenbüttel leidet auf einem bemerkenswert hohen Niveau.“ Hier könne man auf einer „kräftigen Basis“ arbeiten – und „nicht erst, wenn man die Probleme hat“. Der Experte empfahl eine vorausschauende Planung. Und er riet, gerade auch mit Blick auf ein Bevölkerungswachstum Bienenbüttels im Speckgürtel Hamburgs, zu verschiedenen Szenarien. Mögliches Bevölkerungswachstum hänge von zahlreichen Faktoren ab.

Zur Nedden mahnte, im digitalen Zeitalter sich die Frage zu stellen: „Wie schafft man es, die Multifunktionsfähigkeit einer Stadt zu erhalten?“ Er verwies etwa ganz generell auf Leerstände und die Erfolge des Online-Handels, die sich verändernde technische Infrastruktur oder die Industrie 4.0. „Man muss die Leitfunktion des öffentlichen Sektors sicherstellen.“ Nur so sei eine nachhaltige Zukunft zu gewährleisten, was auch die politische Glaubwürdigkeit der Volksvertreter stärke. Zur Nedden regte für Bienenbüttel auch die Projekt-Zusammenarbeit mit Universitäten an, riet zu „kompakten Siedlungsräumen“, vorausschauendem Grunderwerb, Konzeptvergaben statt zum höchsten Preis und dazu, Ortskerne zu stärken. Ganz wichtig sei die Einbindung der Bürgerschaft.

In der anschließenden Diskussion wurde unter anderem über die Vergabe von Bauland und die Einnahmen sowie über die zu erwartenden Folgekosten gesprochen.

VON CHRISTIAN HOLZGREVE

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