Hohe Aufklärungsquote

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Bienenbüttel - Von Jürgen Köhler-Götze. Die Bienenbütteler SPD wollte es genauer wissen. Stimmt es, dass Bienenbüttel ein gefährliches Pflaster ist? Immerhin war in der Gemeinde Bienenbüttel vor noch gar nicht so langer Zeit über Videoüberwachung bestimmter Brennpunkte diskutiert worden.

Bürgermeister Heinz-Günter Waltje hatte es mit dieser Iinitiative sogar bis in die überregionale Presse geschafft, wurde doch diese Idee zeitgleich auch für bestimmte Viertel in Hamburg diskutiert.

Die Videoüberwachung hat Bienenbüttel, trotz wiederholter Vorfälle von Vandalismus, bis heute nicht, aber immerhin war zeitweise ein privater Sicherheitsdienst auf den Straßen unterwegs, um für die Sicherheit der Bürger zu sorgen. Eigentlich eine Aufgabe der Polizei. Wie es um die Sicherheit und Ordnung in Bienenbüttel bestellt sei, wollte Arnold Witthöft vom Bienenbütteler SPD-Vorstand von Dieter Klingforth, Leiter des Uelzener Polizeikommissariats, und von Reinhard Eichel, Leiter der Polizeistation Bad Bevensen, wissen. Die Bienenbütteler Polizeistation mit ihren beiden Beamten ist der Bevenser Polizeistation angegliedert.

Man müsse sich von der Vorstellung verabschieden, das Verbrechen könne jemals vollständig ausgemerzt werden, gab Klingforth zu bedenken. „Das ist überall verbreitet und gehört wohl zur Natur des Menschen.“ Und zum anderen gebe es einen Unterschied zwischen der objektiven Sicherheit und dem subjektiven Sicherheitsempfinden. „Ich könnte jetzt Folien an die Wand strahlen und mit Zahlen um mich werfen“, so Klingforth, „aber dazu müssten die Zahlen groß genug sein, aber das sind sie glücklicherweise nicht.“ 280 Taten registriert die Kriminalstatistik für das Jahr 2009, im Durchschnitt also fünf Taten pro Woche. „Das sind 3,5 Prozent aller Taten im Landkreis Uelzen, obwohl hier rund 15 Prozent der Einwohner des Landkreises wohnen“, gab Klingforth zu bedenken und folgerte: „Die meisten Bienenbütteler verhalten sich anständig.“

Zudem sei die Aufklärungsquote in Bienenbüttel mehr als ansehnlich. Im Jahr 2005 lag die bei 58 Prozent aller Straftaten, derzeit liegt sie bei 73 Prozent. Das Land Niedersachsen strebt eine Aufklärungsquote von 60 Prozent an.

Dass in Bienenbüttel derart viele Taten aufgeklärt werden, liege auch daran, welche Taten registriert werden. Ungünstig sei die Quote bei reisenden Serientätern. „Die wissen, wie man keine Spuren hinterlässt.“ Die aber haben Bienenbüttel in letzter Zeit weitgehend verschont, obwohl die Nähe zu Hamburg anderes vermuten ließe. Rohheitsdelikte hingegen werden zu 98 Prozent aufgeklärt. Da gebe es so gut wie immer Zeugen und die Delikte werden auch angezeigt. Sachbeschädigungen hingegen werden nur zu etwa 30 Prozent aufgeklärt, weil in der Regel eben keine Zeugen dabei sind und die Spurenlage relativ dünn ist. Anders bei Internetdelikten, die in letzter Zeit die Polizei verstärkt beschäftigen. „Da gibt es immer Spuren und wir haben eine hohe Aufklärungsquote.“

Hoch sei die Aufklärungsquote auch, weil die Mehrheit der Täter aus dem Landkreis komme und die Beamten dicht an der Bevölkerung seien: „Man kennt eben seine Pappenheimer“, erklärte Klingforth den „Heimvorteil“.

Die Problembereiche Kirchplatz und Bahnhof würden immer noch verstärkt bestreift und es sei dort ruhiger geworden. „Dass der Sicherheitsdienst dabei eine Rolle gespielt hätte, können wir nicht bestätigen.“ Den mehrfach in der Versammlung genannten Eisenbahntunnel, in dem Schulkinder von Jugendlichen abgezockt würden, nahmen die beiden Beamten auf ihre Liste. „Wir nehmen ihre Sorgen ernst und kümmern uns darum.“ Allerdings: „Anzeigen liegen uns keine vor. Wir können nur dann ermitteln, wenn wir um Probleme wissen und da sind die Bürger gefragt.“

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