Gewässer in der Gemeinde Bienenbüttel sollen naturnäher gestaltet werden

Hilfe für Forelle und Mühlkoppe

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Der Forellenbach zwischen Grünhagen und Eitzen I. Hier ist die Natur noch in Ordnung, könnte man denken. Zu viele Nährstoffe und Sand machen Forelle und Co. aber das Leben schwer.

Bienenbüttel. Schnee und Eis sind getaut am Forellenbach. Aus unzähligen Rinnsalen quillt das Wasser in dem Erlenbruch zwischen Rieste und Grünhagen. Lautlos huscht ein Vogel über die Wasseroberfläche, die sich in Mäandern durch die Niederung schlängelt.

Mühlkoppe, auch Groppe genannt.

Hier ist die Natur in Ordnung, könnte man denken. Doch der Zustand von Forellenbach, Vierenbach und Ilmenau soll sich noch weiter verbessern. Dass hat sich der Wasser- und Bodenverband Ilmenau vorgenommen. „Das Problem sind Nährstoffe aus Landwirtschaft und Siedlungen und die mobile Sandfracht“, erklärt Ingmar Sannes vom Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände. Der Sand auch in den naturnahen Bereichen der Bäche ist Folge früherer Ausbaggerungen. Dabei ging die natürliche Kiessohle der Heidebäche verloren, so der Verbandsingenieur. „Durch das Ausbaggern hat der Bach seinen Panzer verloren. Fische wie die Forelle nutzen aber das kiesige Substrat zum Laichen.“

Die Bachforelle ist gut getarnt.

Forellen leben noch in den drei Gewässern, andere Tierarten wie Steinfliegen oder Bachflohkrebs könnten möglicherweise wieder zurückkehren. Um ihren Lebensraum zu verbessern, könnten etwa die Ufer durch Bepflanzung oder Steine befestigt werden, damit weniger Sand ausgespült wird. Im Oberlauf bei Eitzen und Beverbeck ist der Forellenbach, der dort Eitzer Bach heißt, vor Jahrzehnten kanalisiert worden. Weil er der prallen Sonne ausgesetzt ist, wächst er zum Teil zu. Bei einer Versammlung mit Grundeigentümern hat der Wasserverband bereits seine Ideen vorgestellt. Wünschenswert wäre es, wenn der Bach wie im Unterlauf mäandrieren würde. Erhöhte Nitratwerte aus Dränagen könnten mit Hilfe von Bakterien herausgefiltert werden, so Sannes.

Möglich macht es die Gewässerallianz, ein Programm des Landes Niedersachsen. Für Landerwerb und Verbesserungsmaßnahmen gibt es 90 Prozent Förderung, den Rest würde der Wasserverband tragen, der von den Anliegergemeinden zwischen Bokel und Hasenburger Bach bei Lüneburg getragen wird. „Es geht nur, wenn der Flächeneigentümer mitmacht. Es wird auf Freiwilligkeit gesetzt “, betont Dr. Sannes.

Auch am Unterlauf des Vierenbachs will der Wasserverband gern tätig werden. Im Frühjahr soll das Gewässer untersucht werden. Zugute kämen mögliche Maßnahmen unter anderem der seltenen Mühlkoppe. Der nachtaktive Fisch, auch Kroppe genannt, mag kaltes Wasser, viel Sauerstoff und viele Steine. Auf denen ist das Wesen mit den flügelartigen Flossen dank seiner Tarnung fast unsichtbar.

Hintergrund der Gewässerallianz, deren Förderung zunächst auf zwei Jahre befristet wurde, ist die EU-Gewässerrichtlinie aus dem Jahr 2000. Sie verlangt, die Reinheit des Grundwassers zu erhalten und die Fließgewässer in einen naturnahen Zustand zu versetzen. „Bislang ist nicht viel passiert“, räumt Sannes ein.

Der Wasserverband hat aber die Unterhaltung der Ilmenau auf ein Minimum zurückgefahren. Früher wurde der Fluss jedes Jahr ausgebaggert.

Von Gerhard Sternitzke

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