Polizei geht von fahrlässiger Brandstiftung in Wohnhaus aus

Herd verursachte Feuer in Dannenberg

+
Der Drohnen-Trupp der Zentralen Polizeidirektion in Hannover war jetzt in Dannenberg im Einsatz, um den Ermittlern eine Perspektive des Brandschadens aus der Luft zu ermöglichen.

bs/as/tl Dannenberg. Nach dem verheerenden Großbrand in der Dannenberger Innenstadt (AZ berichtete) geht die Polizei mit hoher Wahrscheinlichkeit von fahrlässiger Brandstiftung als Ursache aus.

Am 2. Oktober war das Feuer gegen 21.15 Uhr in einem Gebäudekomplex am Marktplatz ausgebrochen. Dabei entstand laut Polizei ein Schaden in Millionenhöhe.

Inzwischen haben die Lüchower Ermittler zusammen mit Statikern, Brandschutzprüfern und Spezialisten der Brandursachenkommission des Landeskriminalamtes per Drehleiter und mit einer Drohne den Brandort in Augenschein genommen. Die ferngesteuerte Drohne war bis auf fünf Meter Entfernung über die zerstörte Dachkonstruktion geflogen und hatte Filmaufnahmen gemacht und daraus Fotos herausgelöst. Auch dadurch war den Experten klar geworden, welchen Verlauf das Feuer – beeinflusst durch die Windrichtung – genommen hatte.

Zudem konnten die Ermittler Teile der Gebäude, unter anderem eine Wohnung im Obergeschoss, betreten. Im Rahmen der Spurensuche fanden sie dort mehrere technische Geräte. Darunter befand sich ein Herd, der nach Auswertung der Spuren direkter Ausbruchsort des Brandes war, teilte die Polizei gestern mit. In diesem Zusammenhang ermitteln die Beamten gegen zwei Nutzer der Wohnung, einen 33 Jahre alten Mann und eine 41-jährige Frau, wegen fahrlässiger Brandstiftung.

Rund 20 Minuten dauerte die Untersuchung im Inneren. Skurril: Noch sieben Tage, nachdem das Feuer ausgebrochen war, piepte ein Brandmelder unaufhörlich im monotonen Takt. Im Vorfeld hatte die Polizei fünf Personen vernommen, die sich zur Zeit des Ausbruchs des Feuers in dem Gebäude aufgehalten hatten.

Aus jenen Erkenntnissen heraus konzentrierte sich die Suche nach dem Ausgangspunkt des Brandes von vornherein auf das erste Obergeschoss des Gebäudes, in dem sich Unterkünfte für Leiharbeiter befanden. „Das, was wir im Gebäude gesehen haben, deckt sich mit den Darstellungen aus den Vernehmungen“, sagte Torsten Hasche, Brand-experte der Polizei Lüchow.

Der Brandort wurde in Absprache mit der Staatsanwaltschaft Lüneburg gestern wieder freigegeben. Die weiteren Ermittlungen dauern an.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare