Expertin gibt Tipps

Hegering Bienenbüttel schafft Drohne zur Kitzrettung während der Mahd an

Torsten Lüneburg und Bettina Heukamp vom Hegering Bienenbüttel zeigen die neue Drohne
+
Torsten Lüneburg und Bettina Heukamp präsentieren stolz die Drohne, die der Hegering Bienenbüttel für die Suche nach Rehkitzen in Feldern vor der Mahd angeschafft hat.
  • Daniel Bieling
    VonDaniel Bieling
    schließen

Bienenbüttel – Wenn Landwirte im Frühjahr beginnen, ihre Felder zu mähen, wird das für Rehkitze zur Gefahr. Denn die Tiere verstecken sich im hohen Gras, warten auf ihre Mutter – und fallen so immer wieder den Mähmaschinen zum Opfer.

Aus diesem Grund hat der Hegering Bienenbüttel jetzt eine Drohne angeschafft, um die Felder vor der Mahd aus der Luft nach versteckten Kitzen abzusuchen. „Wir machen das schon jahrelang, dass Helfer vor der Mahd die Felder durchsuchen“, erklärt Torsten Lüneburg, der das Drohnenprojekt gemeinsam mit Bettina Heukamp betreut. Mit bloßem Auge seien Kitze aber oft nicht zu erkennen, selbst wenn man direkt davor stehe.

Investition von 8000 Euro

So ist die Drohne mit einer Tagbild- und einer Wärmekamera mit 32-fachem Zoom ausgestattet. In einer Höhe von 50 bis 80 Metern kann die Drohne laut Lüneburg über die Felder fliegen. 8000 Euro hat sich der Hegering das Gerät kosten lassen, inklusive Einweisungslehrgang. Neben der Finanzierung durch Spenden von lokalen Unternehmen wurde auch ein Förderantrag beim Bund gestellt, auf dessen Bewilligung allerdings noch gewartet wird.

„Eine Drohne heißt nicht, dass wir hundertprozentige Sicherheit haben“, betont Lüneburg. Wichtig sei die Abstimmung mit dem Landwirt, der für die Sicherheit während der Mahd zuständig ist, damit das Feld nicht zu lange nach dem Drohnenflug gemäht wird. Andernfalls könnten die gesicherten Kitze auch wieder ins Feld zurückkehren. Der Hegering Bienenbüttel umfasst eine bejagbare Fläche von etwa 8535 Hektar. „Es wird viel zu tun sein“, weiß Lüneburg. „Wir wollen versuchen, eine zweite Drohne zu beschaffen. So schaffen wir doppelt so viel Fläche, können doppelt so viel Kitze retten.“

Expertin erklärt Vorgehen

Erfahrung in der Rehkitzrettung mithilfe von Drohnen hat Iris Koehler von der Jägerschaft Fallingbostel. Sie gab jetzt im Rahmen einer Infoveranstaltung ihr Wissen an Vertreter des Hegerings weiter. „Nur ein gesichertes Kitz ist ein gerettetes Kitz“, betont Koehler. Ein Drohnenflug sei am besten in der Zeit von frühmorgens ab Sonnenaufgang bis spätestens 9 Uhr durchzuführen, da die Sonneneinstrahlung das Wärmebild dann noch nicht zu sehr beeinflusse.

Die 54-Jährige steuert die Drohne über das Feld und leitet per Funk die Helfer zu den Stellen, an denen sich Kitze verstecken. Die Helfer sind mit großen Keschern unterwegs, um mehr Reichweite für den Fang der Kitze zu haben, falls diese flüchten. Ein gefangenes Kitz landet im Jutesack und wird für die Dauer der Mahd außerhalb des Feldes – am besten im Schatten – gesichert. Nach der Mahd wird das Kitz wieder entlassen. Optimal sei ein Vorgehen zu dritt: einer für den Kescher, zwei fürs Einsacken, sagt Koehler: „Das geht am schnellsten. Das ist am wenigsten Stress für das Kitz.“

Spendenkonto

Der Hegering Bienenbüttel bittet weiter um Spenden für eine weitere Drohne. Spenden sind an folgendes Konto möglich:

Jägerschaft des Landkreises Uelzen e. V.

Sparkasse Uelzen/Lüchow-Dannenberg

Kontonummer: 73007

Bankleitzahl: 25850110

BIC: NOLADE21UEL

IBAN: DE1125 8501 1000 0007 3007

Verwendungszweck: Hegering Bienenbüttel, Drohne

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare