Staupe „großes Thema hier“

Hasenpest macht nicht vor Landkreisgrenze halt: Tote Tiere „bloß nicht anfassen“

+
Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge, hier mit seinem Deutsch-Drahthaar Titus, der eigentlich Vitus heißt: „Wenn Sie auf einen toten Hasen oder Fuchs treffen, fassen Sie das Tier nicht an“, warnt der Weidmann aufgrund der im Landkreis Celle ausgebrochenen Hasenpest und der momentan im Landkreis Uelzen grassierenden Staupe.

Bornsen/Landkreis – „Wenn Sie einen toten Hasen oder Fuchs finden, fassen Sie das Tier nicht mit bloßen Händen an!“, warnt Uelzens Kreisjägermeister Heinrich Hellbrügge. Denn es könnte sein, dass der Hase an Tularämie (Hasenpest) und der Fuchs an Staupe verendet ist.

Im Landkreis Celle ist Tularämie dieser Tage bei zwei Hasen nachgewiesen worden, „und Staupe ist aktuell ein großes Thema im Landkreis Uelzen“, weiß Hellbrügge.

Der Fachmann warnt auch davor, Hunde an einen verendet gefundenen Fuchs zu lassen. „Hunde und Katzen sind gefährdet, wenn sie nicht geimpft wurden.“ Und auch der Mensch „sollte vorsichtig sein“. Staupe-Füchse „sehen aus wie geleckt“, macht der Weidmann klar, dass die Krankheit nicht am Äußeren erkennbar ist. Symptomatisch für Staupe-Füchse sei, dass sie „anfangen zu torkeln“. So würden sie auch in die Dörfer gelangen. „Gehen Sie dann nicht mit dem Hund ran“, warnt Hellbrügge.

Wer solche Füchse gesehen oder verendet gefunden hat, sollte einen Jäger verständigen. Staupe ist eine Viruserkrankung, die seit Jahrhunderten bei Haushunden bekannt ist. Kennzeichnend sind hohes Fieber und Abgeschlagenheit. Je nach befallenem Organsystem können Durchfall und Erbrechen oder Atemwegssymptome auftreten. Im weiteren Verlauf kann es zu einer Schädigung des Gehirns mit zentralnervösen Erscheinungen kommen. Bis zur Einführung der Impfung in den 1960er Jahren war die Staupe in Deutschland eine der verlustreichsten Hundekrankheiten. Seit den 1980er Jahren ist wieder eine Zunahme der Viruskrankheit zu beobachten, die mit der zunehmenden Impfmüdigkeit und dem Hundeimport aus Osteuropa zusammenhängt.

Für Tularämie besteht eine Meldepflicht. Wer einen toten Hasen findet, sollte einen Jäger oder das Veterinäramt verständigen „und das Tier auf keinen Fall berühren“, warnt der Kreisjägermeister nochmals. Denn es gibt belegbare Fälle, in denen Jäger, die sich infiziert hatten, an Tularämie starben.

Hasen hat der Landkreis Uelzen reichlich. Rund um Bienenbüttel waren es zum Sommerende 2018 etwa zehn bis elf pro 100 Hektar, jetzt etwa 20, weiß Hellbrügge. „Die Witterung war für die Hasen extrem gut.“

Im Moment haben Hasen Schonzeit. Wenn sie vom 1. Oktober bis 31. Dezember erlegt werden dürfen – kann man das Wildbret dann bedenkenlos essen? „Wenn es durchgebraten ist, schon, dann ist das kein Problem“, sagt der Experte. Und fügt hinzu: „Das wussten schon die Alten – wenn man auf Nummer sicher gehen will, das Fleisch immer gut durchbraten.“

VON ULRIKE MEINEKE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare