Gemeinde Bienenbüttel will Zuschüsse kürzen, Verein pocht auf Vertrag / Erneut Defizit im Haushalt

Harter Einschnitt für den TSV?

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Der Vorsitzende des TSV Bienenbüttel, Andreas Howe (links) ehrte verdiente Mitglieder und die Sonntagsgruppe als Sportler des Jahres im Verein. Auch die beabsichtigte Zuschusskürzung durch die Gemeinde teilte er mit. 

sk Bienenbüttel. Als ein Sportler der Sonntagsgruppe des TSV Bienenbüttel zusammenbricht, geht es statt um Freude an der Bewegung plötzlich um Leben und Tod.

Die Mitglieder der Sportgruppe handeln schnell und richtig und können schließlich auch mit Hilfe eines Defibrillators das Leben ihres Kameraden retten. Nicht zuletzt wegen dieses Ereignisses wurde die Sonntagssportgruppe jetzt bei der Mitgliederversammlung des Vereins als Mannschaft des Jahres ausgezeichnet.

Knapp 80 Mitglieder nahmen an der Versammlung teil und hörten zahlreiche Berichte der einzelnen Sparten. Zudem wurden Ehrungen für langjährige Mitglieder vorgenommen.

Ebenfalls hielt der erste Vorsitzende Andreas Howe eine Laudatio auf die Sportlerin des Jahres Inge Meyer. Trotz ihres Alters von über 85 Jahren sei sie eine absolute Bereicherung der Boule-Abteilung und steche durch hervorragende Leistungen heraus. „Sie schießt wie keine Zweite“, bestätigte später der Spartenleiter der Boule-Abteilung, Ulf Maly.

Sportler des Jahres wurde Henrich Helms, der mit außergewöhnlichen Leistungen die Leichtathletik-Abteilung bereichert. Beeindruckende Bilder im Vortrag von Gerd Fachmann untermauerten dies als richtige Entscheidung.

Die im vorigen Jahr neu erschaffene Ehrentafel für Ehrenamtsarbeit, die jährlich verliehen wird, ging an Peter Gregor für seine jahrzehntelange Arbeit in und um die Fußballabteilung.

Andreas Howe hatte aber auch eine unangenehme Nachricht im Gepäck, als er das Jahr 2017 aus Sicht des Vorstands Revue passieren ließ: Die Gemeinde Bienenbüttel denke an Einsparungen. Konkret habe der Bürgermeister dem Vorstand des TSV schriftlich mitgeteilt, dass der Betriebskostenzuschuss 2018 um 5000 Euro gekürzt werde.

Diesem Beschluss des Haushaltsgremiums, so Howe weiter, sei seitens des Vereins aber schriftlich widersprochen worden. Es handele sich bei diesen Zahlungen nicht um eine freiwillige Leistung, sondern um eine vertragliche Verpflichtung, die seit dem Jahr 2005 bestehe, so Howe.

Zum Hintergrund für diese Zahlungen teilte der Verein mit: Das Vereinsgelände ist Eigentum der Gemeinde Bienenbüttel. Der TSV verpflichtet sich, die Bewirtschaftung und Pflege der Anlage ordnungsgemäß durchzuführen. Die Anlage wird dabei nicht nur vom TSV genutzt, sondern steht auch anderen Institutionen, zum Beispiel der Bienenbütteler Feuerwehr, zur Verfügung. Dafür erhalte der TSV einen „für die Gemeinde sehr günstigen Zuschuss“.

Die tatsächlichen Kosten für die Bewirtschaftung der Anlage wurden auf der Versammlung von Kassenwart Günther Meyer vorgestellt: Der Sportverein wende aktuell etwa 20 000 Euro pro Jahr mehr zur Bewirtschaftung auf, als von der Gemeinde vergütet werde. Eine Kürzung gegen diesen bestehenden Vertrag könne der Vorstand im Interesse seiner Mitglieder nicht akzeptieren.

In einer kurzen Stellungnahme äußerte sich Alfred Meier, Stellvertreter des Bürgermeisters Merlin Franke, zu den angedachten Einsparungen und sagte zu, diese prüfen zu lassen.

Günther Meyer stellte anschließend ausführlich die Finanzen des Vereins dar. Und seine Darstellungen unterstrichen letztlich die Bedeutung aller Unterstützungen. Denn es sei wie in den vergangenen beiden Jahren auch für das kommende Jahr ein Defizit im Haushalt zu erwarten. Hierbei spielten auch allgemeine Kostensteigerungen eine Rolle, die auch einen Verein wie den TSV nicht verschonten.

Bei den Wahlen wurden alle anderen kandidierenden Mitglieder in ihren Ämtern bestätigt. Außerdem wurde festgelegt, dass die Organisation des Sportabzeichens künftig von Familie Rosenthal übernommen wird.

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