Bauwagen des Bienenbütteler Waldkindergartens weist viele Mängel auf

Mit der Hand durch die Wand

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Von außen sieht der Bauwagen des Bienenbütteler Waldkindergartens auf den ersten Blick stabil aus. Doch wer genauer hinschaut, der erkennt einige Mängel. 

Grünhagen. Christopher Ahnfeldt steht neben dem eingebauten Ofen im Bauwagen des Bienenbütteler Waldkindergartens. Seine Hand hat der Vorsitzende des Trägervereins in ein Loch in der Holzwand über dem Ofen gesteckt – die Finger sind nun an der Außenwand zu sehen.

„Das ist aber nicht das Einzige, was kaputt ist“, sagt Ahnfeldt. Er deutet mit dem Finger auf mehrere weiße Flecken auf dem Boden. „Das sind alles kleine Löcher, die wir schon selbst gestopft haben. “.

Kindergarten-Leiter Norbert Adick zeigt mit der Wasserwaage, dass die Decke durchhängt.

Neben ihm steht Norbert Adick, der Leiter des Kindergartens. Er hält eine Wasserwaage an die Bauwagendecke. Dass diese durchhängt, war schon vorher zu erkennen. Doch wie sehr sie tatsächlich durchhängt, wird durch die Wasserwaage deutlich. Von außen sieht der grüne Bauwagen noch ziemlich gut und stabil aus. Doch ein Blick unter den Boden zeigt: Die Holzkonstruktion ist zum großen Teil marode.
„Wir brauchen einen neuen Bauwagen“, sind sich Ahnfeldt und Adick einig. Den aktuellen kaufte der Verein in seiner Gründungszeit vor 19 Jahren – gebraucht. „Der stammt wohl aus den 1980er-Jahren“, erzählt Norbert Adick. Mehrfach haben Eltern und Verein den Bauwagen in Eigenleistung saniert und renoviert, weitere Fenster eingebaut. Zuletzt haben sie vor sechs Jahren die Türfassung und einige Träger neu gemacht.

Und ein Blick von unten zeigt, wie morsch die Balken der Holzkonstruktion sind.

„Der Zustand jetzt ist einfach nicht gut“, sagen Ahnfeldt und Adick unisono. Mit seiner Metallverkleidung sei der Bauwagen zwar so stabil, dass er nicht zusammenbrechen werde. Aber diese Verkleidung ist gleichzeitig auch ein großes Problem: „Die Feuchtigkeit dringt nicht nach außen, sondern bleibt im Holz, das sich unter dem Metall befindet“, erklärt Adick. Und das Holz sei mittlerweile eben aufgeweicht, es habe sogar schon reingeregnet.

Sollte der Bauwagen mal nicht mehr nutzbar sein, gebe es sicher kurzfristige Ausweichmöglichkeiten, meint Christopher Ahnfeldt: „Zum Beispiel im Gemeinschaftshaus Grünhagen oder im Eitzener Feuerwehrhaus.“ Doch dort könne man auf Dauer nicht das Waldkindergarten-Konzept umsetzen, betont er.

Der Waldkindergarten-Verein hat deshalb einen Antrag für einen neuen Bauwagen an die Gemeinde gestellt. Christopher Ahnfeldt schilderte in der vergangenen Woche dem Sozialausschuss die missliche Lage. Das Problem: Ein neuer Bauwagen mit der erforderlichen Größe würde mehrere Zehntausend Euro kosten, und die Gemeinde hat so gut wie kein Geld für Investitionen. Ahnfeldts Erklärungen stießen zwar auf Verständnis im Ausschuss. Doch große Hoffnung hat der Vereinsvorsitzende nicht: „Ich bin echt stinkig, weil wir sonst nie Investitionswünsche haben und alles alleine machen.“

Von Florian Beye

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