Ein Gemüse, das die Kälte braucht

Grünkohl-Ernte auf dem Gärtnerhof in Neu-Steddorf hat begonnen

Uta Kaltenbach zeigt auf dem Gärtnerhof in Neu-Steddorf ihren Grünkohl
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Rund 1000 Quadratmeter Grünkohl baut Uta Kaltenbach auf dem Gärtnerhof in Neu-Steddorf an. Jetzt wurde zum ersten Mal in dieser Saison geerntet.
  • Daniel Bieling
    VonDaniel Bieling
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Neu-Steddorf – Herbstzeit ist Grünkohlzeit. In der goldenen Jahreszeit wird das Gemüse mit den krausen Blättern geerntet, vorzugsweise nach dem ersten Frost. So auch bei Uta Kaltenbach auf dem Bio-Gärtnerhof in Neu-Steddorf. Jetzt wurde auf dem etwa 1000 Quadratmeter großen Feld zum ersten Mal in dieser Saison geerntet.

Kaltenbach baut vor allem die niederländische Grünkohl-Sorte „Westlandse Winter“ an. „Das ist eine der frosthärtesten“, erklärt Kaltenbach. „Was der Grünkohl nicht mag, ist, wenn es taut und friert, taut und friert.“ Diese Sorte könne die hiesigen Temperaturschwankungen aber gut vertragen.

Frost sollte abgewartet werden

Heute könne der Grünkohl durch Züchtung auch vor dem ersten Frost geerntet werden, weiß Kaltenbach. Dennoch sollte der Frost abgewartet werden, denn um sich davor zu schützen, bildet der Kohl Zucker. „Zucker ist ein Frostschutzmittel“, sagt Kaltenbach. Dadurch werde der Kohl süßer, und der Frost sorge dafür, dass die Pflanze zarter werde.

Gefroren hat es auf dem Feld schon einmal, und auch sonst war das Wetter in diesem Jahr gut für den Grünkohl. „Wie alle Kohlsorten braucht er viel Wasser“, sagt Kaltenbach. Besonders der August sei kühl und feucht gewesen. Die vergangenen Jahre seien aufgrund der Hitze schwieriger gewesen.

Ernte auch vom Winter abhängig

In diesem Jahr erwartet sie dafür eine gute Ernte, wobei es auch auf den Winter ankomme. Im Gegensatz zu anderen Kohlsorten überwintert der Grünkohl draußen. Zu viel Frost kann jedoch auch er nicht vertragen. Deshalb sei Schnee als Frostschutz wichtig, betont Kaltenbach. Dieser schütze den Kohl gegen Kahlfrost.

Darüber hinaus muss der Grünkohl vor Schädlingen geschützt werden. Dafür können unter anderem Blühstreifen am Feld angelegt und verschiedene Sorten angebaut werden. Früher war laut Kaltenbach vor allem die Sorte „Lerchenzunge“ beliebt. Diese erhielt ihren Namen durch die länglichen Blätter, die der Zunge einer Lerche ähnelten. „Die Sorte wird heute aber nicht mehr so viel angebaut, weil sie nicht so ertragsreich ist“, erläutert Kaltenbach. Ein besonders günstiges Klima für Grünkohl herrscht in Friesland. Hier ist zum Beispiel die „ostfriesische Palme“ heimisch, die fast mannshoch wachsen kann.

So hoch wächst der Grünkohl auf dem Gärtnerhof in Neu-Steddorf nicht. „Der ist nicht sehr groß, weil wir den auf Heideboden haben“, sagt Kaltenbach. Dieser sei sehr sandig. Da Grünkohl nicht so viel Masse bilde, sei das im Gegensatz zum Kopfkohl kein Problem. Geerntet wird zunächst der ganze Strunk. Die Blätter werden dann per Hand abgerupft, während der Strunk selbst als Dünger auf dem Feld verbleibt.

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