Ein Heim für Wildbienen

Grünhagener Waldkindergarten baut in einwöchigem Projekt Insektenhotel

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Die Mädchen und Jungen des Grünhagener Waldkindergartens haben zusammen mit Norbert Adick und Waldpädagogin Carolin Rothe eine Woche lang die Welt der Bienen entdeckt und ein Insektenhotel gebaut.

Grünhagen – Die Waldbienen im Grünhagener Waldkindergarten haben sich jetzt zu Experten für ihre tierischen Namensvettern entwickelt. Eine Woche lang haben sich die Kinder mit dem Leben von Wollbiene, Mohnbiene und Co. beschäftigt.

Dabei haben sie zusammen mit Waldpädagogin Carolin Rothe nicht nur ein Insektenhotel gebaut, sondern auch gleich die passenden Pflanzen an ihrem Bauwagen ausgesät, damit die Bienen auch Nahrung finden.

Und warum sie mühsam mit dem Handbohrer das Holunderholz vom Mark befreit haben, wissen die Kinder ganz genau. „Damit die Bienen ein Haus haben, wo sie ein Ei, Honig und Pollen reinlegen können. Dann macht die Biene die Tür zu und das Baby wird dort geboren“, erzählt Oskar.

Dass beim Bau eines Insektenhotels Holz nicht gleich Holz ist, weiß Carolin Rothe. „Viele Insektenhotels, die es zu kaufen gibt, taugen nichts, weil sie aus Nadelholz sind. Wildbienen gehen da nicht rein, die brauchen Hartholz“, erklärt die Pädagogin. Wichtig sei vor allem, dass die Röhre splitterfrei ist. „Ansonsten verletzen sich die Bienen am Flügel“, weiß Timo.

Die Wildbienen sind laut Carolin Rothe Spezialisten, die auf bestimmte Pflanzen angewiesen sind. So verwendet die Mohnbiene zum Auskleiden ihres Nistplatzes Mohnblätter und die Wollbiene sammelt die Haare an der Blüte der Kronenlichtnelke für den gleichen Zweck. „Leider kommen diese Pflanzen nicht mehr oft vor, selbst an Orten wie dem Standort des Waldkindergartens, der scheinbar mitten in der Natur liegt“, sagt Carolin Rothe.

Die aufgebohrten Stöcke haben die Kinder mit Lehm in einem Holzrahmen geklebt. Doch mit dem Anbringen ihres selbst gebauten Insektenhotels am alten Bauwagen ist die Arbeit noch nicht getan: Die Kinder haben sich vorgenommen, ganz genau hinzuschauen, wer das neue Nistangebot annehmen wird.

VON LARS LOHMANN

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