„Alle Eltern warten darauf“

Grünhagen: Betreuungszeit im Waldkindergarten soll auf sechs Stunden am Tag steigen

Mitten im Wald schaukeln? Auch das gehört im Bienenbütteler Waldkindergarten dazu. Zur Freude von Kindern, Eltern und Erziehern können die Kinder bald eine Stunde länger im Wald bleiben. Denn ...
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Mitten im Wald schaukeln? Auch das gehört im Bienenbütteler Waldkindergarten dazu. Zur Freude von Kindern, Eltern und Erziehern können die Kinder bald eine Stunde länger im Wald bleiben. Denn ...

Bienenbüttel/Grünhagen – Pünktlich zur Frühstücksrunde kommen die Kinder aus dem Wald.

... die Betreuungszeiten sollen zum 1. August 2021 um fünf Stunden wöchentlich erhöht werden. Dem hat der Verwaltungsausschuss der Gemeinde bereits zugestimmt.

Mit strahlendem Lächeln im Gesicht laufen sie in Richtung des Bauwagens außerhalb von Grünhagen, lassen sich von Erzieherin Claudia Mainz noch schnell die Hände waschen, ehe sie sich bei Nieselregen gestern Morgen auf Sitzkissen setzen. „Etwa die Hälfte des Jahres sind wir am Bauwagen, die andere Hälfte verbringen wir im Wald an Plätzen, wo man sich gut aufhalten kann“, erklärt Norbert Adick, der zweite Erzieher im Bienenbütteler Waldkindergarten. Aktuell werden 15 Jungen und Mädchen im Waldkindergarten betreut – von 8 bis 13 Uhr an fünf Tagen in der Woche. Auf Wunsch des Trägervereins sollen die Zeiten zum 1. August 2021 um eine Stunde täglich ausgeweitet werden, sodass eine Betreuung von 8 bis 14 Uhr angeboten werden kann. Dem hat nun der Verwaltungsausschuss der Gemeinde Bienenbüttel zugestimmt, wie Bürgermeister Dr. Merlin Franke im AZ-Gespräch berichtet. Die endgültige Entscheidung liegt beim Gemeinderat, der am Donnerstag tagt.

„Der Bedarf ist seit Jahren da, Kinder auch über Mittag betreuen zu lassen“, sagt Stine Schrammar, die seit Oktober Vorsitzende des Trägervereins ist. Doch erst seit dem 1. August dieses Jahres ist eine Betreuung im Wald bis zu sechs Stunden am Tag erlaubt. Zuvor war die Zeit auf fünf Stunden begrenzt. „Es ist toll, dass das Konzept dann auch in eine zweite Tageszeit hineingetragen wird“, sagt Stine Schrammar. Nun laufe die Suche nach einer dritten Kraft im Erzieher-Team. Für 20 Stunden pro Woche. Für den Kindergarten sei es positiv, wenn nochmal jemand mit neuen Ideen dazustoße. „Alle Eltern warten darauf, dass es losgeht“, berichtet die Vorsitzende.

Von einem „großen Schritt für den Waldkindergarten“ spricht Bürgermeister Franke. Dafür muss die Gemeinde 12 000 Euro jährlich mehr aufbringen. Ihr Kostenanteil am Waldkindergarten steigt auf 78 000 Euro im Jahr. Trotz der Mehrkosten begrüßt der Verwaltungschef die Ausweitung der Betreuungszeiten.

Denn die Entscheidung folgt der Strategie, die die Gemeinde schon seit 2014 umsetze. „Wir wollen eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf gewährleisten“, sagt der Bürgermeister. Deshalb habe die Gemeinde das Betreuungsangebot kontinuierlich ausgeweitet. Im Bereich der Kindergärten halte die Gemeinde ein Platzangebot von 100 Prozent vor, sagt Franke. Das bedeutet, dass für jedes Kind im Alter von drei bis sechs Jahren auch ein Platz im Kindergarten zur Verfügung steht – in einer der vier Einrichtungen: Waldkindergarten, Kita St. Michaelis, DRK-Kita und Kinderhof Steddorf.

In der Krippenbetreuung sei die Gemeinde Bienenbüttel hingegen nicht bei 100 Prozent, erklärt Franke. Hier müsse man in den kommenden Jahren etwas nachsteuern, denn die Zahl der Eltern, die ihre Kinder früher in die Betreuung geben, steigt. Grundsätzlich wolle die Gemeinde ein Angebot vorhalten, „das für alle Bienenbütteler attraktiv ist und in Lebenswirklichkeit der Eltern erfasst“, betont der Bürgermeister.

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