Grünhagen baut aus

Angrenzend an das Baugebiet Moorkoppel werden 38 Grundstücke entstehen. Foto: Ph. Schulze

Grünhagen. „Wir wollen, dass unser Dorf weiter wächst, dabei geht es uns besonders um das wie“, machte Ortsvorsteher Andreas Feige bei der öffentlichen Bauausschusssitzung der Gemeinde Bienenbüttel unter Vorsitz von Heinrich Hellbrügge deutlich.

Wie wichtig den Bürgern die Erweiterung ihres Dorfes um weitere 38 Bauplätze ist, zeigte sich daran, dass mehr als zwanzig Einwohner zur Versammlung ins Dorfgemeinschaftshaus kamen. Sie kamen bei der Bürgerfragestunde zum Zuge, diskutierten mit den Ausschussmitgliedern diskutieren und äußerten ihre Bedenken. Die Fragestunde, die in der Gemeindeordnung auf 30 Minuten festgelegt ist, wurde auf die dreifache Zeit – also 90 Minuten – ausgedehnt.

Der Bauausschuss hatte nach Eingang der Stellungnahmen zur öffentlichen Auslegung einen Satzungsbeschluss zu fassen. Doch zuvor, gab es eine ausgiebige Diskussion – etwa um die Grundstücksgrößen des neu ausgewiesenen Gebietes, das an die Moorkoppel grenzt. Auch die Aufteilung in verschiedene Bauabschnitte, der Zeitraum der Vermarktung, sowie die Verhinderung des Baus von Mehrfamilienhäusern oder die Bepflanzung sorgten für Diskussion.

Bürgermeister Heinz-Günter Waltje machte unmissverständlich deutlich, dass „wir einem Bevölkerungsrückgang entgegen wirken wollen, damit Schulen, Kindergarten, Abwasser und öffentliche Einrichtungen bezahlbar bleiben, zumal alles immer teurer wird.“ Der demografische Wandel mache auch vor Bienenbüttel nicht Halt – eiAbgänge lassen sich nicht durch Zugänge auffüllen.

Den Vorwurf, die Gemeinde gehe sehr forsch an das Projekt heran, wies Waltje zurück. Die Grünhagener seien von Beginn an eingebunden gewesen, damit seitens der Verwaltung nichts gegen sie entschieden wird.

Veränderungen sind aufgrund von Einwendungen vorgenommen worden. Die Grundstücksgrößen, der 38 Bauplätze wurde auf 600 bis 900 Quadratmeter festgelegt, um sie besser vermarkten zu können.

Dass ein neues Baugebiet neben dem bereits bestehenden Baugebiet Moorkoppel ausgewiesen werden sollte, sei den dortigen Anliegern bereits vor zehn Jahren bekannt gewesen. „Wir sollten keine Probleme herbeireden“, sagte Waltje in Hinblick auf die Grundstücksgrößen.

Die Größe habe sich in der Praxis bewährt. In einem ersten Bauabschnitt sollen 17 Grundstücke von der Kreisstraße aus verkauft und eine Straße erschlossen werden. Die restlichen Baugrundstücke werden in weiteren Bauabschnitten vermarktet.

Die Sorge, dass Mehrfamilienhäuser entstehen könnten, wurde ausgeräumt. Das wird die Gemeinde nicht erlauben. Es wird ein allgemeines Wohngebiet und kein reines Wohngebiet werden, um Entwicklungsmöglichkeiten auf den Grundstücken für nicht störendes Handwerk zu ermöglichen.

Die Baugrenze zum Baugebiet Moorkoppel wird von drei auf fünf Meter erweitert. Bei einer Enthaltung stimmte der Bauausschuss dafür. Einstimmig votierte er für eine erneute Auslegung des Bebauungsplans. 14 Tage können Bürger sich nun die Pläne anschauen und zu ihnen Stellung nehmen. Waltje: „Der Bauausschuss gibt dann eine Empfehlung ab und der Verwaltungsausschuss wird es beschließen.“

Von Gudrun Kiriczi

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