Reaktion auf Abholzung von 23 Obstbäumen in Hohenbostel / Reinhard Schelle-Grote will auch Privatgrundstücke einbeziehen

Grüne wollen eine Baumschutzsatzung einführen

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Ein Maikäfer zwischen Apfelblüten. Die Grünen betonen die Bedeutung der gefällten Obstbäume in Hohenbostel für Insekten.

stk Bienenbüttel-Hohenbostel. „Geschützt sind Bäume, die einen Stammumfang von mehr als 100 Zentimetern haben, mehrstämmige Bäume, sofern mindestens zwei Einzelstämme einen Umfang von 80 Zentimetern und mehr haben, Bäume in Reihen oder Gruppen mit einem Stammumfang von mindestens 80 Zentimetern."

So steht es in der Baumschutzsatzung der Stadt Bad Bevensen von 2013. Eine Baumschutzsatzung wollen jetzt auch die Grünen in Bienenbüttel. Anlass für den Vorstoß ist die Abholzung von 23 Obstbäumen in Hohenbostel durch die Gemeinde (AZ berichtete).

„Bienenbüttel ist eine der wenigen Gemeinden ohne Baumschutzsatzung“, betont Fraktionsvorsitzender Reinhard Schelle-Grote. „Ich gehe davon aus, dass eine Baumschutzsatzung die Fällung der Obstbäume verhindert hätte. Zumindest hätte es eine Diskussion über die Fällung gegeben.“ Einen vor ein paar Jahren im Gemeinderat abgelehnten Antrag wollen die Grünen nun in aktualisierter Form noch einmal einbringen. Die Fällung der Obstbäume in den Straßen „Waschberg“, „Klusfeld“ und „Timpenberg“ haben Sprecher aller im Rat vertretenen Gruppierungen kritisiert.

Schelle-Grote hatte auf den Wert der 20 Jahre alten Obstbäume für Insekten hingewiesen. Er kritisiert aber auch die Fällung ortsbildprägender Bäume im Hohenbosteler Ortskern. „Meine persönliche Meinung ist, dass sich die Baumschutzsatzung auch auf den privaten Bereich beziehen sollte“, erläutert Schelle-Grote. „Das würde Leute, die ein erotisches Verhältnis zu Kettensägen haben, bremsen.“

Angesichts der ökologischen Situation sei es angezeigt, Bäume zu schützen. Von Gängelung mag der Grünen-Politiker nicht sprechen. „Es gibt auch andere Satzungen, die die Bürger im Interesse der Allgemeinheit berücksichtigen müssen“, gibt Schelle-Grote zu bedenken. Die Baumschutzsatzung könne beispielsweise auch Kompensationsregeln festlegen: „Wenn man einen Baum fällt, um sein Haus zu erweitern, muss sie regeln, dass er zwei Bäume nachpflanzen muss.“

An Bauamtsleiterin Inka Heitmann hat der Grünen-Politiker eine Liste mit Fragen geschickt. So will er wissen, warum es keine Orteilversammlung zur Fällung der Obstbäume gegeben hat, wie viel die geplante Pflanzung von Laubbäumen kostet, wie viele Bäume gepflanzt werden und wer die Anpflanzung bezahlt. „Wenn es nach dem Prinzip geht ,Wer bestellt, bezahlt‘ müssten nur die Anlieger, denen die Obstbäume missfielen, zur Kasse gebeten werden“, findet Schelle-Grote. Andernfalls müsse nämlich der Steuerzahler für die Aktion aufkommen.

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