Satzung beantragt / „Verwaltung und Einwohner sollen sensibler werden“

Grüne: Mehr Schutz für die Bäume

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Mit einer Baumschutzsatzung wollen die Grünen um Reinhard Schelle-Grote klare Regeln schaffen, wann ein Baum in Bienenbüttel gefällt werden kann und wann nicht.

Bienenbüttel – Braucht die Einheitsgemeinde Bienenbüttel eine Baumschutzsatzung? Für die Grünen lautet die Antwort auf die Frage eindeutig Ja. Daher haben sie jetzt beantragt, eine entsprechende Satzung nach dem Vorbild Bad Bevensens oder Adendorfs aufzustellen.

„Wir wollen verhindern, dass vollkommen gesunde Bäume gefällt werden“, erklärt der Fraktionsvorsitzende der Grünen Reinhard Schelle-Grote im AZ-Gespräch. Die Satzung solle nach dem Vorbild Bad Bevensens Bäume ab einem Stammumfang von 100 Zentimetern unter Schutz stellen, sodass diese nicht mehr gefällt werden dürfen. Für Baumgruppen beträgt der Stammumfang 80 Zentimeter. Gelten soll die Baumschutzsatzung für Kommunen und Einwohner. „Wenn Gefahr im Vollzug ist oder der Baum krank ist, darf natürlich weiterhin gefällt werden“, erklärt Schelle Grote. Die Satzung soll zudem den Bedürfnissen Bienenbüttels angepasst werden. So ist in der Bevenser Satzung das Fällen von Obstbäumen, Weiden und Nadelhölzern erlaubt. In einer etwaigen Bienenbütteler Satzung sollen Obstbäume und Weiden geschützt sein. „Diese Arten sind vor allem für Insekten wichtig“, sagt Schelle-Grote.

Mit der Satzung sollen laut dem Grünen-Fraktionschef umstrittene Baumfällungen verhindert werden – wie etwa die 24 Obstbäume in Hohenbostel im vergangenen Jahr, für die es inzwischen Ersatzpflanzungen gibt (AZ berichtete). Ein Vorteil wäre zudem, dass Verwaltung und Privatleute einen Leitfaden an der Hand hätten, nach dem sie entscheiden können, ob ein Baum gefällt werden darf oder nicht.

„Verwaltung und Einwohner sollen sensibler für das Thema werden“, sagt Schelle-Grote. Denn bis ein Baum einen Stammumfang von 100 Zentimetern erreiche, vergingen Jahrzehnte. „Wenn man eine alte Eiche fällt, muss man doch auch ein Gefühl dafür haben, wie lange es dauert, bis so etwas nachwächst“, so Schelle-Grote. Daher sei es wichtig, nicht immer gleich zur Kettensäge zu greifen, was bisher aus seiner Sicht aber noch zu oft geschehe.

VON LARS LOHMANN

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