Bahnhofstraße Bienenbüttel: Händler empört über Baustelle

„An der Grenze der Belastbarkeit“

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Rot gepflastert, mit viel Raum zum Flanieren – so sollte die neue Bahnhofstraße in Bienenbüttel Käufer locken.

Bienenbüttel. Vier bis fünf – zwischen diesen Schulnoten bewege sich derzeit die Stimmung von Bienenbüttels Gewerbetreibenden, sagt Peter Dittrich, Sprecher der Wirtschafts- und Tourismus Gemeinschaft (WTG).

Grund des Ärgernisses, vor allem der Händler an und um der Bahnhofstraße: Die erneuten Nachbesserungen am Straßenpflaster der Bahnhofstraße und angrenzenden Kurzen Straße. „Das ist ein Unding“, macht Dittrich seinem Ärger Luft. „Die Händler sind an der Grenze der Belastbarkeit. “ Stammkunden würden zwar trotz der Bauarbeiten den Weg in die Läden finden. Gewerbetreibende, die auf Laufkundschaft angewiesen sind, müssten aber mit Einnahmeeinbußen kämpfen.

Dabei sollte das rund eine Million Euro teure Projekt gerade den umgekehrten Effekt haben. Ein halbes Jahr lang fanden sich die Geschäftsinhaber mit der Baustelle vor der Haustür ab – denn danach sollte eine attraktive Flaniermeile noch mehr Besucher nach Bienenbüttel locken. Nun folgen statt Kundenströmen die nächsten Bauarbeiten. Denn laut Verwaltung muss das gesamte Pflaster der erst im Dezember vergangenen Jahres eingeweihten, neu gestalteten Bahnhofstraße ausgetauscht werden. Ebenfalls betroffen: Die Kurze Straße. Dort sind die ersten Arbeiten gestern angelaufen.

Den Grund für und damit auch die Schuldfrage an den „erheblichen Unebenheiten“ im Straßenbelag soll nun ein Gutachter klären. Bienenbüttels Bürgermeister Heinz-Günther Waltje sprach gestern von einem falschen Mischverhältnis des Pflasterbettmaterials, also der Masse direkt unter den Pflastersteinen – zu groß sei der Anteil an Feinstmaterial. Die Unebenheiten im Pflaster waren bereits kurze Zeit nach der Einweihung der Straßen aufgefallen. Zunächst waren die Gründe aber vollkommen unklar. Man einigte sich darum mit der Baufirma darauf, dass diese das Pflaster schrittweise anhebt und das Pflasterbett erneuert. „Das haben die Arbeiter dann auch zwei oder drei Tage gemacht, bis Untersuchungen eben ergeben haben, das das Material nicht korrekt ist“, sagt Bürgermeister Heinz-Günther Waltje. „Wir arbeiten nun gemeinsam an einer Lösung.“

Unterdessen kritisiert WTG-Sprecher Peter Dittrichs das gesamte Vorgehen bei dem Problem Bahnhofstraße: „Das wird langsam schon zum Gespött im Ort“, sagt der Geschäftsmann. „Inzwischen sind durch das Hochnehmen der Steine auch schon heftige Schäden an den Stoßkanten der Pflastersteine entstanden.“

Von Wiebke Brütt

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