Projekt Vela – Versorgung auf dem Land – trifft auf Stimmungslage der Bienenbütteler SoVD-Frauen

„Es gibt ganz viele Ideen“

Vela, das ist Versorgung auf dem Land, schreibt Stefanie Sychla (vorn) an die Tafel. Zusammen mit ihrer Kollegin Brigitte Peschel stellt sie das Projekt bei den SoVD-Frauen vor. Foto: Sternitzke
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Vela, das ist Versorgung auf dem Land, schreibt Stefanie Sychla (vorn) an die Tafel. Zusammen mit ihrer Kollegin Brigitte Peschel stellt sie das Projekt bei den SoVD-Frauen vor.
  • Gerhard Sternitzke
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Bienenbüttel. Mit dem ähnlich klingenden Suppenhersteller haben sie nichts zu tun, die beiden Vertreterinnen von Vela.

„Vela, das heißt ‘Versorgung auf dem Land’“, erklärt Stefanie Sychla am vergangenen Montag 18 Zuhörerinnen der Frauengruppe im Sozialverband (SoVD) Bienenbüttel. „Das ist ein Projekt, dass die Versorgung auf dem Land, insbesondere für Senioren und in der Pflege, in den Blick nimmt. “ Ein halbes Jahr nach Beginn des Projekts, das vom Paritätischen getragen wird, ziehen sie und ihre Kollegin Brigitte Peschel eine Zwischenbilanz von Vela, das vom Land mit 150 000 Euro aus einem Programm für soziale Innovation gefördert wird (AZ berichtete).

Am Anfang dieses Projekts steht der demografische Wandel. Die Bevölkerung auch im Landkreis Uelzen wird älter. Gleichzeitig fehlen auf den Dörfern die Dinge, die Senioren brauchen: Einkaufsmöglichkeiten, Ärzte, barrierefreier Wohnraum. Ohne Auto kommen sie schlecht in den Hauptort. Mit dieser Beschreibung sprechen die Referentinnen den SoVD-Frauen aus dem Herzen. Die Probleme kennen sie aus eigener Erfahrung.

„In den siebziger Jahren sind so viele Verkaufswagen über die Dörfer gefahren“, erinnert sich eine Dame. „Mit dem Fahrrad in Bienenbüttel ist es ganz gefährlich geworden“, beklagt eine andere. Und eine dritte stellt fest: „Das große Problem bei uns in Bienenbüttel ist die ärztliche Versorgung. Aber da können Sie wahrscheinlich nicht helfen.“ Es wird laut im Mühlenbachzentrum. Jede Teilnehmerin hat etwas zum Problemfeld zu erzählen. Die beiden Frauen, die mit ihnen über Vela diskutieren wollten, sind erst einmal vergessen.

Das erste halbe Jahr des Projekts diente vor allem dazu, Gespräche zu führen und ein Netzwerk zu bilden, dem unter anderem das Pflegenetzwerk Uelzen und das Seniorenservicebüro Uelzen angehören. „Es hat sich in der großen Runde rauskristallisiert, dass wir uns über die Versorgung und die Mobilität Gedanken machen wollen“, berichtet Brigitte Peschel. Arbeitsgruppen wurden gebildet.

Dabei könnten andere auch von Bienenbüttel lernen. Von dem Verein Bürgerbus, dessen ehrenamtliche Fahrer ältere Mitbürger zum Arzt, zu Freunden und zum Einkaufen fahren. „Wir möchten, dass, was hier gut funktioniert, auch anderswo stattfindet“, sagt Stefanie Sychla.

Konkrete Vorschläge wollen die beiden Referentinnen nicht anführen. Am 16. November werden die Ergebnisse bei einem Fachtag in Uelzen vorgestellt. Aber zwei Anregungen lässt sie sich doch entlocken: „Wenn der Pflegedienst rausfährt, kann der was vom Supermarkt mitnehmen“, nennt sie ein Beispiel. „Im Idealfall gibt es eine Anlaufstelle, ein Servicebüro. Es gibt ganz viele Ideen.“

Bis Juli 2018 ist Vela befristet. Damit das Projekt weiterläuft, soll eine Sozialgenossenschaft gegründet werden, der nicht nur die bisherigen Teilnehmer, sondern jeder Interessierte angehören kann.

Von Gerhard Sternitzke

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