Malik Koke (23), in Rieste aufgewachsen, träumt von einer Karriere als Sänger oder Produzent

Ein ganz eigener Mix

Bienenbüttel/Bremen. Einem der üblichen Genres kann Malik Koke seinen eigenen Musikstil nicht zuordnen. „Es ist kein klassischer Rap“, meint der 23-Jährige. Dafür seien seine Lieder zu melodisch. „Ich steh’ einfach auf Harmonien, Melodien und Atmosphäre.“ Doch für Pop-Musik gebe es zu viele Rap-Elemente. Sein Stil sei eben eine Mischung aus beiden Musikrichtungen, „ich würde es Pop-Trap nennen“.

Die Musik ist seine Leidenschaft: Der in Rieste aufgewachsene Malik Koke schreibt und veröffentlicht eigene Songs und produziert Beats für andere Künstler.

Unter dem Pseudonym „Luis“ hat der in Rieste aufgewachsene Musiker bislang gut 30 Lieder über Online-Musikstreamingdienste veröffentlicht. Der Titel seines bisher letzten Projekts lautet „bandanas & wav.s“. Einen Vertrag mit einer Agentur hat Malik Koke nicht, und er will auch momentan keinen: „Ich mache einfach die Musik, auf die ich Bock habe.“ Er wolle erst einmal unabhängig bleiben. Aber: „In der Zukunft wäre vielleicht auch eine Zusammenarbeit mit Labels cool.“ In seinen Liedern verarbeitet Malik Koke verschiedene Dinge: „Das kommt immer ganz auf meine Stimmung und Lebenssituation an.“ Es komme schon mal vor, dass ein Lied eher melancholisch wird, wenn er gerade frisch aus einer Beziehung kommt. „Wenn ich über Erlebnisse mit Freunden oder coole Städtetrips singe, ist die Stimmung natürlich viel positiver, die Beats sind dann schneller.“

Die Beats – sprich: die Musik – produziert Malik Koke mithilfe spezieller Programme am Laptop. Und zwar nicht nur für seine eigenen Songs, sondern auch für andere Künstler. „Ich habe mir das selbst beigebracht“, erzählt Malik Koke. Zum Beispiel für einen Freund in Ungarn produziere er Beats, ebenso für eine Freundin, die er beim Musical „König der Löwen“ in Hamburg kennenlernte.

„Ich war dort zwei Jahre lang als Kinderdarsteller, habe den kleinen Simba gespielt“, erklärt Koke. Das waren seine ersten musikalischen Schritte, im Alter von elf Jahren lernte er das Gitarrespielen und war als Jugendlicher in zwei Nachwuchsbands aktiv. Als er nach dem Abitur an der KGS Bad Bevensen nach Hamburg zog, traf er einige andere Darsteller von damals wieder und wirkte in einer Art kreativen Gruppe mit. „Wir haben zusammen Songs geschrieben, und ich habe die passenden Beats produziert.“

Sein Traum sei es natürlich, hauptberuflich als Musikproduzent oder als Künstler zu arbeiten, blickt Malik Koke voraus. Aktuell produziere er mehr Beats für andere Künstler, als dass er selbst Songs schreibe. Das wolle er aber bald ändern „und mehr eigene Tracks raushauen“.

Einen Plan B, falls es mit der Karriere im Musikgeschäft nicht klappt, hat Malik Koke auch: Er studiert derzeit Soziologie in Bremen und arbeitet in seinen Semesterferien als Aushilfsdozent bei Deutschkursen für Asylbewerber. „Das ist eine Arbeit, die mir auch sehr viel Spaß macht“, sagt Malik Koke. Und mit einem Soziologie-Studium könne man sich schließlich danach noch in viele Richtungen orientieren. Zunächst will er aber seinem Traum nachgehen.

Von Florian Beye

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