Lüneburger Universität weiht ihr neues Zentralgebäude ein / Es bleibt eine Finanzierungslücke

800 Gäste feiern die „Leuphi“

Das neue Zentralgebäude der Lüneburger Leuphana-Universität ist ein zackig-futuristisches Werk. Am Sonnabend wurde der achtgeschossige Bau in einem Festakt offiziell eröffnet.
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Das neue Zentralgebäude der Lüneburger Leuphana-Universität ist ein zackig-futuristisches Werk. Am Sonnabend wurde der achtgeschossige Bau in einem Festakt offiziell eröffnet.

Lüneburg. Ist das noch eine kalkulierbare Kostensteigerung oder muss man es schon als Kosten-Explosion bezeichnen? Über 100 statt der zu Planungsbeginn 2007 noch veranschlagten knapp 58 Millionen Euro könnte das neue Zentralgebäude der Lüneburger Leuphana-Universität nach den neuesten Schätzungen am Ende verschlingen. Eine finale Abrechnung steht noch aus.

Stephan Weil

Aber immerhin: Im Gegensatz zu anderen bundesdeutschen Großprojekten ist das zackig-futuristische Werk an der Uelzener Straße jetzt fertig und nach knapp sechsjähriger Bauzeit zur Nutzung freigegeben. Mehr als 800 geladene Gäste aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft – darunter Ministerpräsident Stephan Weil, aber nur zwölf Studenten – feierten am Sonnabend im neuen Auditorium Maximum die offizielle Eröffnung des von US-Star-Architekt Daniel Libeskind entworfenen, achtgeschossigen und 37 Meter hohen Gebäudes.

Daniel Libeskind

Die noch immer etwas wacklige Finanzierung des im Wesentlichen vom Land Niedersachsen (36 Millionen), der Leuphana (27 Millionen), der EU (14 Millionen), der Stadt (5 Millionen) und dem Kreis Lüneburg (2 Millionen) sowie dem Bundeswirtschaftsministerium (3,4 Millionen) getragenen Projekts stand auch im Mittelpunkt der vorangehenden Pressekonferenz. Dabei versuchte Niedersachsens Wissenschaftsministerin Dr. Gabriele Heinen-Kljajic auch im Falle eines erneuten Landesnachschlags die Sorgen vieler Universitätsangehöriger zu entkräften: „Wir sind uns als Land darüber im Klaren, dass, was auch immer hier noch an Kosten zu stemmen ist, nicht zu Lasten von Forschung und Lehre gehen darf.“ Auch zum noch ausstehenden Bewilligungbescheid der EU gab sich die Ministerin optimistisch: „Alle Stufen oder Voraussetzungen sind erfüllt. Von daher sind wir frohen Mutes, dass wir damit fest rechnen können.“ Als „business as usual“ betrachtete dagegen Libes-kind die anhaltende Finanzierungsdebatte. „Glauben Sie mir, das ist Teil eines jeden Projekts“, sagte er.

Und wird das bisher gemeinhin als Libeskind-Bau bezeichnete Gebäude auch noch einen Spitznamen bekommen? Stephan Weil hätte da einen Vorschlag: „Die Hamburger haben die Elbphilharmonie Elphi genannt – was läge da näher als Leuphi?“

Von Marcus Kieppe

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