Zwei Kandidaten treten zur Wahl des 16. schwulen Heidekönigs in Lüneburg an

Fußballer outet sich mit Bewerbung

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Finn Lux (26) und Stefan Mensch (22) sind die beiden Bewerber zur Wahl des 16. schwulen Lüneburger Heidekönigs. 

stk Lüneburg. Finn Lux ist 26, und er tut das, was die meisten jungen Leute gerne tun. Der Lüneburger ist gerne unterwegs, lernt interessante Menschen kennen. Und er spielt Fußball. Dass er schwul ist, wissen seine Mannschaftskameraden nicht.

Das ändert sich jetzt: Lux bewirbt sich als einer von zwei Kandidaten bei der Wahl zum schwulen Lüneburger Heidekönig. Gewählt wird der Nachfolger von Torsten I. am 13. April bei einer Party im Lüneburger Salon Hansen.

„Da ich selbst im Verein Fußball spiele, weiß ich, dass auch heute längst noch nicht jeder Bereich offen und verständnisvoll mit dem Thema Homosexualität umgeht“, betont Lux, der als Sozialarbeiter und Tiertrainer arbeitet und sich für Sport, Kunst und Fotografie interessiert. „Bisher war ich dort nicht geoutet, was ich hiermit ändern möchte, um auch anderen Menschen in ähnlichen Situationen zu zeigen, dass sie sich nicht verstellen und verstecken müssen.“ Wird er gewählt, möchte er mit lesbischen, bisexuellen und transsexuellen Gruppen zusammenarbeiten.

Stefan Mensch tritt bereits zum zweiten Mal zur Heidekönig-Wahl an. „Letztes Jahr habe ich meine Bewerbung nicht so wirklich erst genommen und Witze über das Amt gemacht“, räumt der 22-jährige Bäckereifachverkäufer aus Adendorf ein. „Aber dieses Mal möchte ich etwas mehr Herzblut in die Sache stecken.“ Er wolle herumkommen, neue Leute kennenlernen und mehr Unalltägliches erleben. Erste Erfahrungen hat der gebürtige Mecklenburger bereits gesammelt, als er beim Heideblütenumzug in Wittorf auf dem Paradewagen neben Amtsinhaber Torsten I. stand.

Sich selbst schätzt Mensch als zurückhaltend ein: „Mir fällt es oft noch schwer, auf Menschen – fremd oder bekannt – zuzugehen und längere Konversationen zu führen sowie vor Publikum zu reden“, räumt Mensch ein. „Ich möchte daran arbeiten und denke, dass mir das Amt als Heidekönigs dabei immens helfen kann.“

Der schwule Lüneburger Heidekönig wird seit dem Jahr 2000 gewählt. Er wirbt für Akzeptanz auf dem Land. „Wir wollen gerade in kleineren Orten zeigen, dass sexuelle Vielfalt nicht nur buntes Großstadtleben bedeutet, sondern auch Realität der ländlichen Region ist“, erklärt Dirk Ahrens, früherer Heidekönig und Vorsitzender des Vereins Lünegay, der die Wahl des Heidekönigs organisiert. Der Heidekönig zeigt bei verschiedenen Veranstaltungen in Niedersachsen Präsenz, so beim Kopefest in Lüneburg, bei den Schützenfesten in Hannover und Hildesheim, bei Heideblütenfesten und beim Christopher-Street-Day (CSD), der Parade für die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transgendern.

Die Lünegay-Night mit der Wahl des Heidekönigs beginnt am Freitag, 13. April, um 21.30 Uhr im Salon Hansen. Einheizen wird die Band Access Icarus aus Hamburg. Mit den Einnahmen werden die Reisen des Königs finanziert.

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