Schützen- und Volksfest ist ein bisschen wie Karneval / Letzte zwei Wochen für König Andreas Waltje

Fünf tolle Tage in Bienenbüttel

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Spielmannszug, Kapelle und Schützen beim Marsch durch die Bahnhofstraße: Mit Platzkonzert und großem Zapfenstreich beginnt am 26. Juli das Bienenbütteler Schützenfest. „Es ist ein bisschen wie beim Karneval“, sagt Erster Gildeherr Uwe Seehafer.

Bienenbüttel. „Es ist ein bisschen wie beim Karneval. Es sind die fünf tollen Tage in Bienenbüttel“, sagt Uwe Seehafer. Und er muss es wissen: Mit dem närrischen Treiben kennt sich der erste Gildeherr bestens aus. Als Polizist schob er in Köln am Rosenmontag Dienst.

Jetzt ist er verantwortlich für das Schützenfest in Bienenbüttel, die fünf tollen Tage, die in knapp zwei Wochen, beginnen.

Schützenkönig Andreas „der Besonnene“ Waltje (Mitte) mit Adjutanten Thomas Waltje (links) und Martin Rinner.

Das Platzkonzert des Spielmannszugs und der große Zapfenstreich im Fackelschein auf dem Marktplatz am Mittwoch, 26. Juli, ab 20 Uhr sind der stimmungsvolle Einstieg in das von Traditionen bestimmte Treiben der Schützen. Und der scheidende König Andreas „der Besonnene“ Waltje ahnt, dass es für ihn ein emotionaler Moment wird. Am Donnerstag, 27. Juli, gegen 16.30 heißt es nämlich: „Der König ist tot. Es lebe der König!“ Den Schützenbrüdern, die den Schuss auf die Königsscheibe wagen, wünscht er ein Quäntchen Glück. Und macht ihnen Mut: „Mir hat das Jahr sehr viel Spaß gemacht, und es ist auch längst nicht so stressig, wie manche erzählen.“

Uwe Seehafer

Gefeiert wird in diesen Tagen viel. Beim Königsball in der Ilmenauhalle am Freitag, 28. Juli, 20 Uhr, spielt die Band „Starlight“, am Sonnabendnachmittag, 29. Juli, 16 Uhr die Blaskapelle „Heidejäger“, und ab 22 Uhr bringt „Heartrockcafé“ um Frontmann und Altkönig Ralf der Rockige Nyenhuis die Ilmenauhalle zum Kochen (die Summer-Disco beginnt um 20.30 Uhr). Erster Gildeherr Seehafer wird nicht müde zu betonen, dass das Schützenwesen seit 2015 als immaterielles Kulturerbe gilt. Dazu gehört auch das Kinder-Schützenfest am Sonnabend ab 13.30 Uhr und natürlich der große Festumzug durchs Dorf. Er startet am Sonntag, 30. Juli, um 13.30 Uhr auf dem Marktplatz.

Das Schützenwesen, so die Begründung der Unesco, ist ein wichtiger, historisch gewachsener und lebendiger Teil der lokalen Identität. Das gilt auch für die Bienenbütteler Schützengilde, die sich auf die erste Erwähnung eines Schießfests im Jahr 1693 berufen kann. Aber die Schützen bleiben nicht stehen, betont Seehafer: „Heute feiern wir das Schützenfest auf unsere eigene Art.“

Von Gerhard Sternitzke

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