Duo Cassard spielt Weihnachtslieder auf historischen Instrumenten

Folk-Freibeuter teilen die Beute in Bienenbüttel

Johannes Mayr und Christoph Pelgen (von links) reisen in ihrem Programm im Bienenbütteler Gemeindehaus musikalisch durch Europa, hier mit Akkordeon und Dudelsack.
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Johannes Mayr und Christoph Pelgen (von links) reisen in ihrem Programm im Bienenbütteler Gemeindehaus musikalisch durch Europa, hier mit Akkordeon und Dudelsack.

Bienenbüttel – Alle Jahre wieder und immer nur „O Tannenbaum“ und „Stille Nacht“? Nach dem Motto ‚Andere Länder haben auch schöne Lieder‘ sorgte am Sonnabend im gut gefüllten Bienenbütteler Gemeindehaus das Folk-Duo Cassard für musikalische Abwechslung unterm Christbaum.

Dabei reisten die selbsternannten Freibeuter der Folk-Musik Christoph Pelgen und Johannes Mayr in ihrem über zweistündigen Konzert unter anderem über England ins spanische Galicien, von dort nach Schweden und Frankreich, Irland und Griechenland. .

Zum Einsatz kamen dabei traditionelle Instrumente wie Akkordeon, Dudelsack und Gitarre, aber auch teilweise heute exotisch anmutende wie Schlüsselfidel, Bombarde oder die schwedische Nyckelharpa (Schlüsselharfe), die der gelernte Orgelbauer Mayr selbst herstellt und vertreibt. „Wir wollen die Musik eben so spielen, wie sie schon seit Jahrhunderten gespielt wird“, sagt Pelgen. „Wir lieben es unverstärkt, mit allen Ecken und Kanten.“

Gemeinsam mit seinem langjährigen musikalischen Weggefährten moderierte er den Abend ebenso humorvoll wie kompetent und wusste zu jedem Lied eine kleine Anekdote oder Geschichte zur Entstehung zu erzählen. „Wir haben uns da selbst einen Bildungsauftrag gesucht, alle Fragen werden heute Abend beantwortet.“

Benannt hat sich das Duo nach dem berühmt-berüchtigten bretonischen Freibeuter Jacques Cassard, der einst im Auftrag Ludwigs XIV auf blutige Kaperfahrt in die Karibik ging und für die beiden im übertragenen Sinn als Vorbild dient: „Wir lassen uns in keine Schublade einordnen, wollen uns nicht verbiegen und aus allen Folk-Traditionen und Epochen nehmen, was uns gefällt – Hauptsache es berührt uns im Herzen“, erklärt Pelgen und fügt hinzu: „Im Gegensatz zu den Piraten teilen wir allerdings gern die Beute.“

VON MARCUS KIEPPE

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