Dschungelcamp-Reise: Behörde will Lehrerin endgültig loswerden

Fliegt sie wirklich raus?

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Dschungelcamp-Teilnehmerin Nathalie Volk 2017 mit ihrer Mutter, die sie ohne Urlaub in Australien besuchte.

stk Lüneburg. Jetzt wird es ernst für eine Lehrerin aus Soltau, die ihre Tochter Nathalie Volk im RTL-Dschungelcamp besuchte. Die Landesschulbehörde will die Studienrätin wegen Verletzung ihrer Dienstpflichten aus dem Beamtenverhältnis entfernen.

Die Disziplinarklage wird am 28. Juni vor dem Verwaltungsgericht Lüneburg verhandelt, wie das Gericht gestern mitteilte.

Die Pädagogin war nach Australien gereist, obwohl sie keinen Urlaub für den Trip erhalten hatte. Stattdessen reichte sie eine Krankmeldung ein. Wegen Verwendung eines falschen Gesundheitszeugnisses war die Frau vom Amtsgericht Soltau zu einer Strafe von fast 10 000 Euro verurteilt worden. Die Berufung dagegen wird im Februar vor dem Landgericht Lüneburg verhandelt. Der Rechtsanwalt der Mathelehrerin betont, dass seine Mandantin tatsächlich krank war.

Ob sie aus dem Beamtenverhältnis entfernt wird, ist zumindest zweifelhaft. Ende Januar hatte das Verwaltungsgericht entschieden, dass die vorläufige Dienstenthebung und die Halbierung der Bezüge nicht rechtens war. In der Begründung hieß es, dass es nicht „überwiegend wahrscheinlich“ sei, dass die Frau wirklich aus dem Staatsdienst entfernt werde. Sie könnte auch dienstrechtlich zurückgestuft werden.

Nach Auskunft der Landesschulbehörde arbeitet die Pädagogin jetzt an einer Oberschule im benachbarten Heidekreis. „Uns sind keine Beschwerden von der Schule bekannt“, betont die Sprecherin der Behörde, Bianca Schöneich, auf AZ-Nachfrage.

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