Sportangler-Kameradschaft setzt 3.000 Jungaale in der Ilmenau aus

Ein Fisch voller Geheimnisse

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Der Aal ist vom Aussterben bedroht. Sein Laichverhalten macht ihn einzigartig unter den heimischen Fischen. Foto: DPa

Bienenbüttel/Jastorf – Der Aal ist ein geheimnisvolles Wesen. Anders als andere Fische wie der Lachs verbringt er seine Kindheit auf offener See und sein Erwachsenenleben in den Flüssen Europas.

An der Ilmenau zwischen Grünhagen und Jastorf wurden jetzt Jungaale ausgesetzt. 

Um anschließend einmal im Leben zum Laichen in die Sargassosee im Atlantik aufzubrechen und dort zu sterben. Doch der Aal hat es schwer, immer seltener wird der Fisch in den Gewässern des Landkreises Uelzen so auch in der Ilmenau. Daher setzen Angelvereine jährlich Jungaale in den Heidefluss aus. Die Sportangler-Kameradschaft Lüneburg hat jetzt bei Bienenbüttel und Jastorf sowie im Landkreis Lüneburg rund 3.000 Jungaale in die Ilmenau entlassen.

„Der europäische Aal gilt inzwischen als stark gefährdet“, erklärt Martin Boyken, Pressewart der Sportangler-Kameradschaft. Vor allem die Verbauung der Flüsse mit Wehren und Wasserkraftwerken stelle dabei eine Bedrohung dar. Dadurch gestalte sich der Weg der Aale in die Flüsse und wieder hinaus äußerst schwierig.

Ein weiterer Grund für große Bestandsrückgänge ist laut Boyken auch der massenhafte Fang von Jungaalen, sogenannten Glasaalen vor den Flussmündungen. Dadurch gebe es zu wenige Altfische, die sich von den Flüssen wieder auf die ein Jahr dauernde Reise in Sargassosee vor der Küste von Florida und Kuba machen können.

Daher sei das Aussetzen von Jungaalen in den Flüssen sehr wichtig. Dieser Aalbesatz ist laut Boyken Teil eines niedersachsenweit angelegten Besatzprogrammes, das vom Land Niedersachsen und der EU zu etwa 60 Prozent finanziell gefördert wird. Naturschutzexperten des Anglerverbands Niedersachsen koordinieren seit Jahren die Vergabe von Fördermitteln aus der Aalförderung und die Verteilung von mehr als einer Million Besatzaalen an über 100 Angelvereine in Niedersachsen. „Mit diesem Programm soll der schwindende Aalbestand in unseren Flüssen unterstützt werden“, erklärt Boyken.

VON LARS LOHMANN

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