Schwieriges Jahr 2020 in Bienenbüttel

Feuerwehr-Bilanz: 30 Einsätze und starke Einschnitte durch Corona

Im Dezember 2020 bekämpfen Einsatzkräfte der Feuerwehr Bienenbüttel einen Schornsteinbrand in Bargdorf.
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Im Dezember 2020 bekämpfen Einsatzkräfte der Feuerwehr Bienenbüttel einen Schornsteinbrand in Bargdorf.
  • Florian Beye
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Die Kameraden der Feuerwehr Bienenbüttel blicken auf ein schwieriges Jahr 2020 zurück. Durch die Corona-Pandemie leidet der Ausbildungsstand.

Bienenbüttel – Seine ersten zwölf Monate als Bienenbüttels Ortsbrandmeister hatte sich Marcus Krahn sicher anders vorgestellt. Bei seiner Wahl im Februar des vergangenen Jahres war noch nicht unbedingt abzusehen, dass die Corona-Pandemie das öffentliche Leben derart einschränken würde. „Keiner von uns hat das erwartet“, sagt Krahn im Gespräch mit der AZ. Das Schwierigste aus seiner Sicht? „Dass wir die für die Feuerwehr typische Kameradschaft nicht so leben konnten.“

Den guten Zusammenhalt innerhalb der Wehr habe er in seinem ersten Jahr als Ortsbrandmeister dennoch erlebt, erzählt Marcus Krahn. „Ich habe große Unterstützung seitens der Kameraden, meiner Vorgänger und meiner Stellvertreter erfahren.“

Das habe ihm persönlich Sicherheit gegeben und dafür gesorgt, dass „wir ganz gut durch das schwierige Jahr gekommen sind“. Problematisch sei natürlich auch die Ausbildungssituation, einige Dienste sind online gelaufen. „Das wird jetzt unsere große Aufgabe, den Ausbildungsstandard zu halten“, blickt Krahn voraus.

30 Alarmierungen im Kalenderjahr 2020

Was die Einsätze angeht, erlebte der neue Ortsbrandmeister ein durchschnittliches bis ruhiges Jahr. 30 Mal wurde die Bienenbütteler Feuerwehr 2020 alarmiert, insgesamt kamen dabei 527 Einsatzstunden zusammen. Das geht aus Krahns Jahresbericht hervor, den er den Mitgliedern in schriftlicher Form zukommen ließ, weil die für den 5. Februar geplante Jahreshauptversammlung aufgrund der Corona-Pandemie natürlich nicht stattfinden konnte.

Der größte Brandeinsatz in der Gemeinde Bienenbüttel im Jahr 2020: Im Februar brannte ein Wohnhaus in Hohenbostel.

Zu zwölf Bränden und 18 technischen Hilfeleistungen wurde die Wehr gerufen. Die Einsatzstichworte waren unter anderem: Pkw-Brand, Körnerkissen brennt in Mikrowelle, brennendes Reet, Türöffnung, Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person.

Wohnhausbrand in Hohenbostel

Der größte Brandeinsatz in der Gemeinde war ein Feuer in einem Wohnhaus in Hohenbostel, bei dem sich die Flammen den Weg in die Zwischendecke bahnten (AZ berichtete). In seinem Jahresbericht hat der Ortsbrandmeister auch einen Großbrand notiert. Dabei handelt es sich um die Anforderung des Ersten Zugs Nord der Kreisfeuerwehrbereitschaft zu einem Waldbrand im Heidekreis im August des vergangenen Jahres, wie Krahn auf AZ-Nachfrage erläutert. „Glücklicherweise wurden wir hier auf Gemeindeebene von größeren Einsatzlagen verschont.“

Dienstplan „Einsatz ohne Eile“

Von Ende März – also Beginn der Pandemie – bis Anfang September erstellte die Bienenbütteler Feuerwehr wöchentlich einen Dienstplan „Einsatz ohne Eile“. Dieser sei bei Alarmierungen zum Tragen gekommen, die von der Leitstelle als kleine Einsätze eingestuft wurden, erklärt Marcus Krahn. Konkret bedeutet das: Jede Woche waren fünf bis sieben Kameraden benannt, die in solchen eher lapidaren Fällen primär angerufen wurden.

„Ziel war es, eine Häufung der Kameraden am Gerätehaus zu vermeiden, weil anfangs nicht genügend Materialien zum Schutz vor einer Infektion zur Verfügung standen“, erläutert Krahn, der neben den Einschränkungen bei den Ausbildungsdiensten vor allem auch die pandemie-bedingten Einschnitte im Bereich der Kinder- und Jugendfeuerwehr bedauert.

Ehrungen für Feuerwehr-Kameraden

Beförderungen gibt es aktuell keine, diese werden auf spätere Termine verschoben. Folgende Ehrungen für Mitglieder der Bienenbütteler Feuerwehr sind beantragt und sollen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden:

Niedersächsisches Ehrenzeichen für langjährige Dienste im Feuerlöschwesen: Carsten Buhr, Ingo Dannath, Marcus Krahn und Hartmut Schumacher für jeweils 25 Jahre.

Abzeichen für langjährige Mitgliedschaft im Landesfeuerwehrverband Niedersachsen: Friedhelm Scheele (60 Jahre), Burkhardt Dreckmann (50 Jahre) und Hans-Joachim Gammelien (25 Jahre).

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