Persönlicher Austausch wegen Corona nicht möglich

Wichmannsburger Fastengruppe muss „fasten“

Die Wichmannsburger Fastengruppe sitzt zusammen und tauscht sich über die Erfahrungen während des Fastens aus.
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Während die Wichmannsburger Fastengruppe vergangenes Jahr noch stattfand, fällt sie jetzt aus.
  • Daniel Bieling
    vonDaniel Bieling
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Wichmannsburg – Es ist ein Novum in der Wichmannsburger Fastengruppe: Zum ersten Mal in ihrer rund 25-jährigen Geschichte sah sich Gründer und Leiter Gerd-Peter Hoogen dazu gezwungen, die regelmäßigen Treffen zum Austausch während der Fastenzeit abzusagen. Der Grund, wie bei so vielen anderen Absagen auch: das Coronavirus.

Die diesjährige Fastenzeit begann am Mittwoch der vergangenen Woche. „Ich faste natürlich alleine“, sagt Hoogen. Dass die Gruppe aber jetzt ausfällt, bedauere er natürlich sehr. Dabei weiß der 70-Jährige: „Das geht wirklich nur, wenn diese Pandemie zu Ende ist.“ Bei den Treffen sitze man eng zusammen, und auch die Übungen wie gemeinsame Gymnastik oder Atemübungen seien unter Corona-Bedingungen nicht durchzuführen

.Kontakt mit den regelmäßigen Gruppenteilnehmern habe er derzeit nicht, sagt Hoogen: „Jeder hat jetzt mit sich selbst zu tun.“ Wie viele der Teilnehmer derzeit ebenfalls allein fasten, wisse er daher nicht, Doch der ehemalige Pastor ist sich sicher: „Da sind viele dabei, die schon öfter gefastet haben. Die werden ihren eigenen Weg finden.“

Persönlicher Austausch eigentlich entscheidend

Dabei ist der persönliche Austausch während des Fastens eigentlich wichtig. „Der ist ganz entscheidend“, betont Hoogen. „Ich habe ja auch nicht nur die Gruppen begleitet, sondern die Gruppen haben auch mich begleitet. Das ist ein Geben und Nehmen.“ Gerade für diejenigen, die zum ersten Mal fasten, sei es daher schwierig, diese Zeit allein durchzustehen. Vor allem die sogenannten Fastenkrisen seien dann eine Herausforderung. „Wer alleine fastet, der muss das alles nur mit sich selbst ausmachen“, erklärt Hoogen. Eine Gruppe zum Austausch sei da hilfreich.

Wer das Fasten trotzdem allein probieren möchte, für den hat Hoogen Tipps parat: So empfiehlt der 70-Jährige den Ratgeber „Wie neugeboren durch Fasten“. Hier sei alles zu dem Thema einleuchtend und verständlich erklärt. Zudem werde nicht nur die medizinische, sondern auch die psychologische Seite des Fastens beleuchtet. „Information ist ganz entscheidend“, betont Hoogen. Und er gibt einen weiteren Ratschlag: „Fasten darf man nur, wenn man wirklich gesund ist.“

Trotz aller Entbehrungen lässt es sich Gerd-Peter Hoogen nicht nehmen, jedes Jahr aufs Neue zu fasten. Und so will er auch im nächsten Jahr wieder die Gruppe zum persönlichen Austausch ins Leben rufen.

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