Betrüger geben sich im Netz als Anwaltskanzlei der Kammer aus

Falsche E-Mails im Namen der IHK

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Die IHK Lüneburg-Wolfsburg warnt vor mit Viren verseuchten E-Mail-Anhängen. Betrüger geben sich zurzeit als Anwaltskanzleien aus, die im Namen der IHK Abmahnungen wegen Datenschutz-Verstößen verschicken.

Lüneburg – Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg warnt vor einer neuen Betrugsmasche im Internet. Dabei geht es um gefälschte E-Mails, die Betrüger aktuell im Namen zahlreicher Rechtsanwaltskanzleien versenden, die angeblich die IHK in Sachen eines Verstoßes gegen die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) vertreten.

„Diese Mails enthalten eine Schadsoftware und Empfänger sollten in keinem Fall auf den Anhang klicken“, warnt IHK-Jurist Patrick Stöhr. Dort ist ein Virus versteckt.

Nach ersten Erkenntnissen der IHK geht es den Tätern vorrangig darum, Angst zu verbreiten und Daten abzugreifen – und nicht primär um Geld.

Inhaltlich geht es bei den Mails um eine angebliche Abmahnung aufgrund der Facebook-Seite oder Webseite wegen einer Informationspflichtverletzung nach Artikel 13 der DSGVO. „Unsere IHK Lüneburg-Wolfsburg versendet keine derartigen Abmahnungen und hat auch keine Rechtsanwaltskanzleien damit beauftragt“, erklärt Stöhr.

Es ist bereits der zweite Fall in der Region, in dem versucht wird, sich als IHK auszugeben, erklärt IHK-Pressesprecherin Sandra Bengsch auf AZ-Nachfrage. „In diesem Fall hat uns der Deutsche Industrie- und Handelskammertag vor der neuen Masche gewarnt.“ Diese Art von Mails kursierten zurzeit vermehrt in ganz Deutschland.

Daher sei es jetzt sehr wichtig, dass Unternehmen ihre Mitarbeiter auf die Gefahr hinweisen, um Schäden zu verhindern. Insgesamt gebe es seit ein paar Jahren vermehrt Fälle von Cyberkriminalität. Das Thema werde für Unternehmen immer bedeutender.

„Die Dunkelziffer bei allen Arten von Internetbetrug ist sicherlich groß“, sagt Polizeisprecher Kai Richter. Mit der zunehmenden Digitalisierung der Gesellschaft seien auch die Fallzahlen gestiegen. Wichtig sei es, für das Thema sensibilisiert zu sein, denn es gebe viele Fallen und Tücken, auf die Privatleute und Unternehmen hereinfallen könnten. Das reiche von einfachen Maschen wie dem angeblichen Geldgewinn bis zu täuschend echten E-Mails von vermeintlichen Banken. „Im Zweifel nachfragen und die Mail lieber löschen“, rät Richter.

VON LARS LOHMANN

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