Neue Hinweise nach 17 Jahren

Fall „Katrin Konert“: Nach fünf Wochen wird Mobile Wache abgebaut

+
Die Oberkommissare Dirk Dreier (l.) und Wilhelm Schultz in der Mobilen Wache der Polizei in Bergen/Dumme. Sie ziehen eine positive Bilanz der Präsenz. Der Fall der vermissten Katrin Konert ist zwar nicht aufgeklärt, aber es hat weitere Hinweise gegeben. 

Bergen/Dumme. Gut ein dutzend Mal hat Oberkommissar Dirk Dreier im Container an der B 71 in Bergen/Dumme gesessen und gehofft, dass die Tür aufgeht und der entscheidende Hinweisgeber im Fall der seit 17 Jahren vermissten Katrin Konert hineinschneit.

Das ist in den vergangenen knapp fünf Wochen nicht passiert. Heute wird der Container wieder abtransportiert.

Gleichwohl sagt der Polizeibeamte: „Es hat definitiv etwas gebracht.“ Man habe mit der Präsenz vor Ort Leute erreicht, die sich wahrscheinlich sonst nicht bei der Polizei gemeldet und Fingerzeige in Bezug auf einen möglichen Täter gegeben hätten. „Da fragt man sich, warum sich die Personen nicht schon vor 17 Jahren bei uns gemeldet haben“, so Dreier.

Katrin Konert

Dass es den Mörder gibt, davon geht die Polizei definitiv aus. Am Neujahrstag 2001 verliert sich in Bergen/Dumme die Spur der damals 15 Jahre alten Jugendlichen. An der Bushaltestelle wird sie zum letzten Mal gesehen. Sie wollte in ihre Heimat nach Groß Gaddau. Seitdem ist sie wie vom Erdboden verschluckt. „Das ist eigentlich völlig ungewöhnlich. Irgendeine Spur findet sich in den allermeisten Fällen“, sagt Oberkommissar Wilhelm Schultz. Eben nur nicht in Sachen Katrin Konert. Eine SMS an ihre Schwester ist das letzte Lebenszeichen der jungen Frau.

„Wir haben Hinweise bekommen, die uns eine neue Richtung hinsichtlich der Ermittlungen aufzeigen“, sagt Dreier. Groß ins Detail geht der Beamte nicht. Ende Oktober hatte die Polizei in einer Pressekonferenz in Lüchow angekündigt, den Fall neu aufzurollen, alles noch einmal auf Anfang zu setzen und die bisherigen Ermittlungsergebnisse erneut zu überprüfen. Die Mobile Wache in Bergen war ein Baustein.

Mitte November gingen Beamte in Bergen von Tür zu Tür und verteilten Flyer an die Bevölkerung. „Danach hat es noch mal ein paar Hinweise gegeben“, berichtet Dirk Dreier. In zwei Wochen werde die Polizei die Aktion in der Region wiederholen und weitere 3.000 Faltblätter verteilen, kündigte Kai Richter, Sprecher der Polizei in Lüneburg, an. Man werde weiter mit Nachdruck ermitteln.

In den vergangenen Tagen sei es ruhiger geworden. Aber: „Ich glaube nach wie vor, dass wir den Fall in irgendeiner Form aufklären werden.“ Das sei man allein schon den Eltern schuldig, so Annegret Dau-Rödel, Leiterin der Ermittlungsgruppe „Katrin Konert“, bei der Pressekonferenz in Lüchow Ende Oktober. Damals kündigte die Polizei auch an, dass die Belohnung auf 10.000 Euro heraufgesetzt wird.

Von Jens Schopp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare