„Das schwappt zu uns runter“

Fahrverbote für Kanus an Pfingsten und Himmelfahrt auf der Ilmenau

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Oliver Homann-Stahl und Tanja Stahl betreiben einen Kanuverleih. Mögliche neue Regelungen der Lüneburger Kreisverwaltung machen ihnen zu Schaffen.

Bienenbüttel – Aus Naturschutzgründen dürfen im Kreis Harburg künftig Kanufahrer nicht mehr unbegrenzt auf der Luhe drauflos paddeln, sondern nur noch zu gewissen Tageszeiten. An Pfingsten und an Himmelfahrt gilt hier nun für Kanuten „befahren verboten“.

Der Fluss ist an diesen Feiertagen für Freizeitpaddler schlichtweg gesperrt.

Diese Regelungen zu übernehmen plant nun auch die Lüneburger Kreisverwaltung. Neben der Luhe sollen diese im Lüneburger Kreisgebiet auch die Ilmenau betreffen.

„Das schwappt zu uns runter“, befürchtet Tanja Stahl, Geschäftsführerin von Kanu aktiv aus Bienenbüttel. „Ich kann ja verstehen, dass die Natur mehr und besser vor zu viel Wassersportlern geschützt werden soll, Stichwort Aufwirbelungen und Störungen der Tiere und Pflanzen.“

Nun seien aber gerade die Feiertage bei Ausflüglern besonders beliebt. Die Sperre an diesen Tagen habe sich bewährt, da an diesen Tagen zahlreiche alkoholisierte Gruppen unterwegs wären, heißt es in dem Konzept, dass die Samtgemeinde Salzhausen dazu in Auftrag gegeben hatte.

Die Geschäftsführerin des Kanuverleihs befürchtet nun, dass die aus dem Kreis Harburg vertriebenen „alkoholisierten Gruppen“ nun auf südlichere Gewässer ausweichen: „Diese Kanu-Verordnung, wenn sie denn durch den Kreistag durchgeht – und da gehe ich mal von aus – muss dann aber auch wirklich kontrolliert werden.“

Laut Urte Modlich, Sprecherin des Landkreises Lüneburg, würden, so diese Regelungen auch auf der Ilmenau eingeführt würden, Ranger übernehmen. Die hätten auch das Recht, Bußgelder zu verhängen, erklärt Modlich auf Anfrage der AZ.

Mit dieser Aussage wiederum konfrontiert, entgegnet Stahl von Kanu aktiv – ziemlich angesäuert: „Das haben wir schon ein paar Mal an der Ilmenau erlebt, wie dann diese sogenannten Ranger die Regeln herunterbeten, aber Alkohol sei ja nicht zu reglementieren, hieß es dann.“

Ihrer Ansicht nach könnten deutlich mehr Schilder und Aufklärung mehr helfen als strikte Verbote. Wo sollten denn die vertriebenen Kanufahrer dann hin? „Die Polizei sagte mir, an Himmelfahrt haben sie wirklich andere Probleme zu bewältigen als auf den Flüssen nach dem Rechten zu sehen“, erzählt Stahl weiter.

Sicher, diese betrunkenen Chaos-Touren wolle keiner haben, da müsse man zusammen ein Konzept erarbeiten. Aber so kurz vor der Kanusaison von dieser möglichen Verordnung zu erfahren, das sei schon bitter. „Was mache ich denn mit den schon jetzt gebuchten Touren für die Pfingsttage zum Beispiel?“

VON ROBIN VOGT

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