/ Fahrsicherheitszentrum Embsen darf nur zwei Veranstaltungen anbieten

ADAC sagt Sommerfest ab: Fahrer bleiben unter sich

+
Sicherheitstraining speziell für die Fahrer getunter Fahrzeuge bei den Track- und Safety Days auf dem Gelände des ADAC-Fahrsicherheitszentrums Lüneburg in Embsen. Für das am 5. August geplante Sommerfest gibt es keine Genehmigung.

Embsen. So präsentiert sich der ADAC: Autos in flotter Fahrt lassen das Wasser im hohen Bogen vom Asphalt spritzen, Geländewagen durchpflügen das Gelände, Biker geben Gummi.

Christian Hieff

Insgesamt 34 Trainings bietet der Motorclub auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums in Embsen an. Um Sicherheit geht es dabei auch, aber mindestens ebenso sehr um den Spaß am Fahren. Kein Spaß dagegen: Das Fahrsicherheitszentrum hat vor kurzem das für den 5. August geplante Sommerfest abgesagt. Der Landkreis Lüneburg verweigert die Genehmigung dafür. ADAC-Sprecher Christian Hieff drückt sich zurückhaltend aus, aber der Ärger ist nicht zu überhören: Es sei „Lobbyarbeit“ zu verdanken, dass die Kreisverwaltung hart bleibe. Gemeint sind die in der Bürgerinitiative „Blauer Himmel über Ilmenau“ organisierten Anwohner. Die hatten bereits durch jahrelange Proteste erreicht, dass der Motorclub eine Reduzierung der Motorsportveranstaltungen auf 170 Stunden Kart und Slalom zusagte (AZ berichtete). Nun das Aus für das Fest: „Für uns war die Planungssicherheit nicht mehr gegeben“, sagt Hieff.

Kreis-Sprecher Hannes Woenig verweist auf den Bebauungsplan: „Es ist festgelegt, dass auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums zwei Veranstaltungen im Jahr durchgeführt werden dürfen. Diese Regelung wurde bei der Entstehung des Zentrums in Zusammenarbeit mit der Samtgemeinde, einer Bürgerinitiative und dem Betreiber festgelegt.“ In diesem Jahr gab es bereits zwei Veranstaltungen mit mehr als 1000 Besuchern, den Lüneburger Firmenlauf und den Motorrad Start-up Day. „Es ist bedauerlich, wenn der ADAC noch eine weitere Veranstaltung geplant hat, die er nun absagen muss. Die Regelung besteht jedoch schon seit vielen Jahren“, betont Woenig. Die Verwaltung müsse zwischen den Interessen des ADAC und der Bürger abwägen.

ADAC-Sprecher Hieff beharrt dagegen darauf, es habe auch in der Vergangenheit Einzelgenehmigungen für weitere Events gegeben. „In der Vergangenheit war das relativ unkompliziert.“ Mit dem Sommerfest wollte der ADAC sein Publikum erweitern. „Das Fahrsicherheitszentrum wird vornehmlich von Männern genutzt. Wir wollten uns öffnen für die Stadt“, erklärt Hief.

In Folge des ADAC-Skandals um den gefälschten Autopreis „Gelber Engel“ waren auch die Zahlen in Embsen eingebrochen – von 20 000 in den Spitzenjahren 2012 und 2013 auf 18 000 in 2015. Inzwischen hat unter dem neuen Geschäftsführer Paul Droßard eine Trendwende stattgefunden. 2016 kamen sogar fast 24 000 Teilnehmer zu den Trainings.

Mit 2,6 Millionen Euro Jahresumsatz ist das Fahrsicherheitszentrum auch ein Wirtschaftsfaktor in der Region. Der ADAC beschäftigt hier 37 Festangestellte und 42 freiberufliche Trainer.

Von Gerhard Sternitzke

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare