Erster Abschnitt der neuen Bahnhofstraße in Bienenbüttel ab heute frei

Fahrbahn in Handarbeit

Bauabnahme gestern Morgen: Noch wirkt das Pflaster im Kreuzungsbereich Bahnhofstraße/Lindenstraße grau durch den Baustaub – nach dem ersten Regen wird es dunkelrot sein. Fotos: Bräutigam

Bienenbüttel. Der erste Abschnitt der neuen Bahnhofstraße in Bienenbüttel ist ab heute wieder für den Verkehr frei gegeben.

Gestern Vormittag nahmen Vertreter von Gemeinde, Baufirma und Planungsbüro den Bereich zwischen Rathaus und etwa 50 Meter hinter der Einmündung in die Lindenstraße ab.

Während Fahrbahn, Fußgängerbereiche und Gossen genau unter die Lupe genommen werden, werkeln die Bauarbeiter weiter auf Hochtouren: Schächte werden zugeschaufelt, kleine graue Granitpflastersteinchen entlang von Hausmauern gelegt und das gerumpelte Betonsteinpflaster in die Fahrbahn eingebaut. Und zwar in Handarbeit, Stein für Stein. Auch das Fugengranulat wird an einem Ende der neuen Bahnhofstraße bereits per Hand mit dem Besen eingefegt.

Mit der Freigabe des ersten Abschnitts wird die Einbahnstraßenregelung an der Marktstraße wieder in Kraft treten. Auf der Bahnhofstraße gilt ab sofort und in Zukunft außerdem Tempo 30.

Die neue Fahrbahn wird eingerahmt von Parkplätzen in Granitsteinpflaster und geklinkerten Fußwegen. Außerdem werden kleinwüchsige Linden die Bahnhofstraße säumen, über deren Auswahl und die Größe der Baumscheiben, wie berichtet, ausführlich diskutiert worden war. Unterm Strich, sagt Planer und Bauleiter Martin Hannemann seien die Pflanzflächen aber großzügig dimensioniert und keinesfalls kleiner als die bisherigen.

Besonderer Wert wurde bei der Umgestaltung der Bahnhofstraße auf eine Steigerung der Aufenthaltsqualität gelegt. So sind die Gehwege viel breiter als zuvor, im Bereich der Eisdiele wurde zum Beispiel eigens ein Bereich geschaffen, auf dem Tische und Stühle stehen können.

Der erste Abschnitt ist nun nach zwei Monaten und einer Woche Bauzeit fertig gestellt – etwas verspätet, weil bei den Erdarbeiten plötzlich undokumentierte Leitungen aufgetaucht waren, deren Herkunft und Verwendung erst einmal geprüft werden musste. 2500 Quadratmeter Klinkersteine, 1800 Quadratmeter Betonsteinpflaster und 600 Quadratmeter Granitkleinpflaster verarbeiten die Bauarbeiter für die neue Ortsmitte. Die Kosten betragen rund eine Million Euro – eingerechnet in der Summe ist auch der Ausbau der Kurzen Straße, sind neue Schmutz- und Regenwasserkanäle und die überarbeiteten Straßenlaternen.

Der Ausbau verlief bislang reibungslos – bis auf besagte Verzögerung, die den endgültigen Fertigstellungstermin von Mitte auf jetzt Ende Oktober rücken lässt. Insgesamt sind Gemeinde, Baufirma und Planer aber rundum zufrieden. Und auch seitens der Geschäftsleute gibt es laut Bürgermeister Heinz-Günter Waltje, keine Probleme. Umsatzeinbußen hätte kaum jemand zu verbuchen, alles sei besser gelaufen als anfangs befürchtet, berichtet er von einer Arbeitskreissitzung der Anlieger. Und ein dickes Lob gibt es in diesen besonderen Tagen in Bienenbüttel für die Mitarbeiter der Baufirma Klingner aus Salzwedel. „Das ist ein sehr angenehmes Arbeiten, hört man überall“, berichtet Martin Hannemann. Wenn es in einem Geschäft mal etwas Schweres zu tragen gibt, packen die Bauarbeiter mal kurz mit an, entschuldigen sich für Lärm und Staub und sind für die Bienenbütteler Bürger, die teilweise über die Baustelle gehen müssen, immer gesprächs- und informationsbereit.

Von Ines Bräutigam

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