Erstaunen über Kosten / Pläne für Umgestaltung der Steddorfer Ortsdurchfahrt

Fachwerk fürs Bushäuschen

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Fachwerk, Klinker und Ziegeldach: So wie in Grünewald könnte auch das neue Buswartehäuschen in Steddorf aussehen. 

Steddorf. Wie wird das Dorf wieder lebenswerter, wenn eine Durchgangsstraße es teilt und der Verkehr den Takt bestimmt? Darum geht es bei der Dorferneuerung in Steddorf.

Die Pläne für die 543 000 Euro teure Umgestaltung der Ortsdurchfahrt wurden jüngst im Bienenbütteler Bauausschuss vorgestellt. Dabei geht es nicht nur darum, die Autofahrer zu bremsen.

„Das Tempo wird von 100 auf 50 mit einem sogenannten Trichter herabgesetzt“ – so beschrieb Planer Martin Kilian die Funktion einer Fahrbahnverschwenkung, die am Ortseingang aus Richtung Rieste entstehen soll. Auch aus und in Richtung Neu Steddorf, am neuen Baugebiet Wellbruch II, soll so ein Schwenk das Tempo begrenzen. Erneuert werden auch die Gehwege im Altdorf, und eine Gosse soll entstehen.

„Die Festlegung der Geschwindigkeit steht noch aus“, berichtete Kilian. Bäume dürften nach Auskunft des Landkreises nicht, wie ursprünglich geplant, auch auf den Verkehrsinseln gepflanzt werden. Büsche seien zulässig. Beiderseits der Straße sollen aber Bäume den östlichen Ortseingang „optisch einfassen“, auch der westliche Ortseingang soll durch eine Baumreihe markiert werden.

Einen breiten Raum nahmen die Bushaltestellen ein. Wie berichtet, sollen die Busse auf der Straße halten. Die sogenannten Buscaps sollen durch sandsteinfarbenes Pflaster hervorgehoben werden. Für die Passagiere soll es auch höhere Einstiege geben, nur auf der Nordseite ist dies aus technischen Gründen nicht möglich.

„Wenn zukünftig der Bus auf der Straße stehen wird, ist das nicht zu gefährlich? Kann es nicht zu einem Zusammenstoß kommen?“, fragte Alfred Meyer (CDU). Diese Gefahr sah Kilian innerorts bei Tempo 50 nicht. „Wenn der Bus mit Warnblinker auf der Fahrbahn steht, darf man nur mit Schrittgeschwindigkeit vorbeifahren.“

Für Erstaunen sorgten die Kosten für ein neues Buswartehäuschen am Fichtenweg. „Das sind 40 000 Euro für ein Buswartehäuschen“, wunderte sich das beratende Mitglied Matthias Kathmann (KA). „Das betrifft auch die Planungskosten, Statik und den Bauantrag“, erläuterte Kilian. „Wenn es weniger ist, kommt es nur der Gemeinde zugute.“

Vorbild soll ein Häuschen in dorftypischer Bauweise mit Fachwerk, Klinker und Ziegeldach sein wie in Grünewald oder Edendorf, erläuterte der Planer. Die Haltestelle muss in Richtung Altdorf verschoben werden, damit Autofahrer aus dem Fichtenweg einen besseren Einblick in die Straße haben.

Von Gerhard Sternitzke

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