Natur durchkreuzt die Ausbaupläne

Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes in Bienenbüttel ist vom Tisch

Der Wohnmobilstellplatz in Bienenbüttel, nahe der Ilmenauhalle
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Eine Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes neben der alten Ilmenauhalle in Bienenbüttel ist nicht mehr möglich. Grund: Das mesophile Grünland fällt seit Kurzem unter den Naturschutz.
  • Daniel Bieling
    VonDaniel Bieling
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Bienenbüttel – Der Urlaub mit dem Wohnmobil boomt, was der Gemeinde Bienenbüttel mit ihrem Stellplatz neben der alten Ilmenauhalle eigentlich in die Karten spielen könnte. Doch es gibt einen Wermutstropfen: Die im Zuge des neuen Mehrzweckzentrums geplante Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes ist nicht mehr möglich. Die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises Uelzen hat dieser einen Riegel vorgeschoben.

Die Begründung der Behörde: „Der Bereich der geplanten Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes befindet sich auf der Fläche des mesophilen Grünlandes und gleichzeitig im Landschaftsschutzgebiet Obere Ilmenau.“ Durch eine Gesetzesänderung während der Bauleitplanung gilt das mesophile Grünland nun als geschütztes Biotop.

Tieding: „Es ist bedauerlich.“

„Es ist bedauerlich, weil der Platz doch sehr gut angenommen wird“, meint dazu CDU-Fraktionschef Christopher Tieding. Derzeit gebe es einen „Hype für Wohnmobile“, weshalb ein erweiterter Stellplatz im Rahmen der neuen Halle optimal für Wohnmobilisten gewesen wäre. Eine Alternative im Ort sei derzeit nicht geplant, so Tieding. „Das hat aber auch damit zu tun, dass wir einiges andere abarbeiten müssen.“

Jeßen: „Was nicht geht, geht nicht.“

„Das ist schade“, findet auch Mathias Jeßen, Fraktionsvorsitzender der KA. Das Verbot zur Erweiterung habe aber gute Gründe: „Man muss erkennen, dass sich die Naur gewandelt hat.“ Das sei nun zu akzeptieren. „Was nicht geht, geht nicht“, fasst Jeßen die Situation pragmatisch zusammen.

Schelle-Grote: „Dass man sich damit beschäftigt, finde ich gut.“

Reinhard Schelle-Grote, Fraktionsvorsitzender der Grünen, lobt den Landkreis dafür, dass er verantwortlich mit dem Naturschutz und dem mesophilen Grünland umgehe: „Dass man sich damit beschäftigt, finde ich gut.“ Ohne die neue Halle wäre eine Erweiterung wahrscheinlich möglich gewesen, schätzt Schelle-Grote. Einen alternativen Wohnmobilstellplatz im Ort hält er nicht für nötig, fordert aber, dass man sich in der Gemeinde Gedanken zum Thema Tourismus machen müsse.

Witthöft: „Dann müssen wir das akzeptieren.“

„Wenn die Natur fordert, dass wir da nicht eingreifen, dann müssen wir das akzeptieren“, meint SPD-Fraktionschef Arnold Witthöft. Eine Erweiterung des Stellplatzes hätte ohnehin nur dazu gedient, die Auslastung zu Hochzeiten aufzufangen, wäre aber nicht über das ganze Jahr nötig, schätzt Witthöft. Einen alternativen Standort halte er für schwierig, da mit sanitären Anlagen viel dazugehöre. „Wir sind auch nicht dazu gezwungen, das kurzfristig aus dem Boden zu stampfen“, so Witthöft.

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