In der Natur auf der Suche nach Gott

Erster Wandergottesdienst in Grünhagen gut besucht

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Stille und gemeinsames Singen bestimmen einen großen Teil des Wandergottesdienstes durch das Forellenbachtal bei Grünhagen.

Grünhagen – Einen Wald-Gottesdienst kennen die Mitglieder der drei Kirchengemeinden Bienenbüttel, Wichmannsburg und Altenmedingen schon aus den vergangenen Jahren, dieser Wandergottesdienst ist eine neue Idee von Pastorin Julia Koll und den Kirchenvorständen der beteiligten Gemeinden – und kommt gut an.

Die Pastorin steht schon an der Hauptstraße in Grünhagen und weist den Weg in die Einfahrt zum Treffpunkt.

Schnell sind die Wegeränder vollgeparkt. Leichter haben es die zahlreichen Radler, die aus Beverbeck oder Wichmannsburg eintreffen. Noch besser dran sind die Fußgänger direkt aus dem Ort. Nach kurzer Begrüßung geht es in langer Schlange zum ersten Treffpunkt: dem großen Kreuz des Waldgottesdienstes.

Beim Überwinden von Hindernissen, wie einem überstürzten Baum, hilft man sich gegenseitig.

Nach der Melodie von „In dir ist Freude“ beschreibt das Lied „Dich rühmt der Morgen“ die Situation perfekt und ertönt laut: die Weite des Platzes zwischen den Bäumen, das tiefe Grün der Natur nach dem kräftigen Regenguss am Vortag, die laut zwitschernden Vögel, das Rauschen der Baumkronen im Wind. Die Pastorin lädt ein, schweigend die vielfältige Natur wahrzunehmen. Nach kurzem Gebet setzt sich die Menschenkette in Bewegung. .

Wolfgang Endrikat hat gerade seine goldene Hochzeit gefeiert und seine Gäste aus Amerika und Potsdam mitgebracht. „Das ist eine tolle, mal ganz andere Idee,“ zeigen sie sich beeindruckt. Im schweigenden Gehen tritt anderes in den Vordergrund: mannshoher Farn streift sanft die Arme, feuchtes Gras gibt unter dem Tritt nach, leuchtendes Moos unter Fichten erzeugt den Eindruck eines mit Teppich ausgelegten Waldes.

Das Vorbereitungs-Team aus Rita Zaja, Marc Phillip Dieckmann und Gisela Frischmuth gibt neue Impulse für Gedanken, die himmelwärts streben. Jeder spürt, dass die Ruhe Kraft gibt, die üppige Natur Energie überträgt. Ganz deutlich zeigt das Hund Pablo, der seine Freude über den Weg mit Springen auf jeden Baumstamm ausdrückt. „Vertrauensvoll dürfen wir die Forellenbach-Brücke überqueren,“ merkt Julia Koll noch an, „beim Herbst-Sturm wurde sie beschädigt, trägt uns aber.“

Überhaupt beeindrucken die vielen umgestürzten Bäume, die in dem Naturwald sich selbst überlassen werden. „Geh aus mein Herz und suche Freud“ erklingt kräftig auf dem Weg. Die „Grünkraft“ nach der naturaffinen Hildegard von Bingen ist die perfekte Beschreibung für diesen Wandergottesdienst, der im letzten Teil noch einmal schweigend erlebt wird. Die Bitte um Frieden für die Schöpfung beschließt die Wanderung.

„Wenn es terminlich passt, sind wir beim nächsten Mal wieder dabei“, sind sich viele einig, die nach einer guten Stunde am Ausgangspunkt ein Glas Wasser vom gut organisierten Kirchenvorstand entgegennehmen.

VON MONIKA BUHR

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