Wählergemeinschaften treten zur Landtagswahl an / Kandidatenaufstellung wird vertagt

Der erste Bewerber steigt aus

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Die Wählergemeinschaften im Landkreis Uelzen wollen einen eigenen Kandidaten in den niedersächsischen Landtag in Hannover schicken. Die Chancen, das Direktmandat zu holen, schätzt Kreistagsfraktionschef Klaus-Georg Franke nüchtern ein.

Bienenbüttel/Ebstorf. „Wir sind momentan in einer Aufwindphase, und die wollen wir nutzen“, sagt Klaus-Georg Franke, Fraktionsvorsitzender der UWG im Uelzener Kreistag, selbstbewusst.

Jetzt steht fest: Die Wählergemeinschaften wollen einen eigenen Kandidaten zur Landtagswahl aufstellen. Wer im Namen der Parteiungebundenen antritt, ließen die Mitglieder bei der Versammlung am Donnerstag offen. Drei Bewerber mit Poli-tikerfahrung aus Kommunalparlamenten stehen laut Franke zur Verfügung. Die Namen nennt er noch nicht. Einer von ihnen ist allerdings gerade wieder abgesprungen: der Ebstorfer Bürgermeister Heiko Senking.

„Das kann ein anderer machen. Ich hab’ genug um die Nase“, begründet Senking seinen Rückzieher gegenüber der AZ. Nach einem Gespräch mit seiner Frau sei er zu der Überzeugung gekommen, dass der Klosterflecken Ebstorf seinen vollen Einsatz brauche. Zudem sitzt Senking als UWG-Fraktionsvorsitzender im Rat der Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf. Ganz hat er seine Ambitionen noch nicht begraben: „Vielleicht nehme ich mir in fünf Jahren die Zeit, mich in der großen Politik umzusehen.“

In einer Rundmail wird er konkreter: Sicher hätte ein bekannter Kandidat die Chancen für einen Sieg der Wählergemeinschaften erhöht, die emotionalen Argumente seiner Mitbewerber hätten ihn jedoch zu diesem Entschluss gebracht.

Bleiben zwei Bewerber. Wen die Wählergemeinschaften unterstützen, entscheiden die Mitglieder nun am 15. August in Suderburg. Man habe den Termin auch angesetzt, weil nach den Sommerferien mehr Mitglieder mitentscheiden könnten, betont Franke. Bei dem Termin werden auch die Strategie und der Zeitplan festgelegt. Der Kandidat braucht nicht nur mindestens 100 Unterstützerunterschriften – er muss auch bereit sein, seinen Wahlkampf selbst zu finanzieren. „Die Unterstützung durch die UWG ist nicht so sehr eine finanzielle, sondern durch Manpower, Plakate, Unterschriften“, betont Franke, der sich selbst nicht um eine Kandidatur bemüht. „Unsere Finanzen sind für die Kommunalwahlen bestimmt.“

Die Aussichten der Wählergemeinschaften, einen Abgeordnetensitz in Hannover zu erreichen – und das geht nur über die Stimmenmehrheit im Kreis Uelzen, also ein Direktmandat – schätzt Franke realistisch ein. „Wir sehen Chancen. Wir schätzen sie nicht sehr groß ein, den Landkreis zu erobern. Aber wir rechnen uns eine Chance aus.“ Punkten wolle man mit Themen aus der Region: der Wolfsproblematik etwa oder dem Konnexitätsprinzip. Wer Gesetze mache, müsse auch die nötigen Mittel zur Verfügung stellen.

Von Gerhard Sternitzke

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