Bienenbüttels Politik über Baugebiete

Entwicklung mit Augenmaß

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Wenn die Bienenbütteler Verwaltung am Donnerstag die vorläufigen Ergebnisse des Arbeitskreises Flächennutzungsplanung präsentiert, geht es auch um mögliche neue Bauflächen. 

Bienenbüttel. Gut ein Jahr lang haben sich die Gremien in Bienenbüttel im Rahmen des Arbeitskreises Flächennutzungsplanung mit Themen wie Siedlungsentwicklung und Infrastruktur beschäftigt.

Eine entscheidende Frage war, wo in der Einheitsgemeinde weitere Bauflächen entstehen könnten. Am Donnerstag, 18. Januar, will die Verwaltung nun der Öffentlichkeit die vorläufigen Ergebnisse der Beratungen präsentieren. Die Veranstaltung beginnt um 18. 30 Uhr im Bienenbütteler Feuerwehrhaus. Die AZ hat im Vorfeld mit den Vorsitzenden der Gemeinderatsfraktionen über den Arbeitskreis gesprochen.

Wie bewerten Sie die bisherige Arbeit im Arbeitskreis?

Christopher Tieding

Christopher Tieding (CDU): Wir haben konstruktiv gearbeitet und uns einen Gesamtblick über die Einheitsgemeinde verschafft. Fraktionsübergreifend sind wir uns eigentlich einig, dass wir den Arbeitskreis beibehalten wollen, um in Zukunft Fachthemen zu bearbeiten.

Mathias Jeßen

Mathias Jeßen (KA): Wir haben stets den Eindruck gehabt, dass zielführend gearbeitet wurde. Die Sitzungen waren bedarfsgerecht mit den erforderlichen externen Fachkräften besetzt und haben inhaltlich das gesamte Gemeindegebiet betrachtet.

Gabriel Siller

Gabriel Siller (SPD): Der Arbeitskreis ist ein erster Schritt Richtung Transparenz und Offenheit. In den Sitzungen war die Bereitschaft, sich intensiv mit den Themen auseinanderzusetzen, absolut erkennbar. Es herrschte eine gute Atmosphäre.

Reinhard Schelle-Grote

Reinhard Schelle-Grote (Grüne): Im Arbeitskreis wurden theoretisch denkbare zu bebauende Flächen im Gemeindegebiet betrachtet. Aber die grundsätzliche Frage ist unserer Meinung nach noch nicht diskutiert, nämlich: Wohin soll sich Bienenbüttel entwickeln?

Wie steht Ihre Fraktion zum Thema Bauflächen?

Tieding: Wir als CDU sehen die Notwendigkeit, dass Bienenbüttel um mindestens 500 Einwohner wachsen muss. Unsere Vorstellung liegt so bei 7500. Hätten wir diese Einwohnerzahl schon jetzt, hätten wir uns wohl die Steuererhöhung sparen können. Zudem wäre Bienenbüttel dann attraktiver für Investoren. Die Entscheidung über die Größe der Gebiete sollte jedoch mit Augenmaß erfolgen.

Jeßen: Wir propagieren seit Jahren die Siedlungsentwicklung mit Augenmaß. Wir sind der Überzeugung, eine eigenständige Gemeinde sein zu wollen. Deshalb geht es darum, eine bestimmte Einwohnerzahl zu haben. Nur so ist eine finanzielle Unabhängigkeit der Gemeinde möglich.

Siller: Wir sind nicht grundsätzlich gegen Baugebiete. Es ist wichtig, dass wir unsere Einwohnerzahl mindestens halten. Kontrolliertes Wachstum halten wir für gut. Aber es muss umwelt- und sozialverträglich sein, zum Beispiel die Infrastruktur müsste angepasst werden. Und Bienenbüttel sollte seinen dörflichen Charakter behalten.

Schelle-Grote: Wir sind gegen eine maßlose Erweiterung der Gemeinde. Vorrang bei der Entwicklung sollten das Schließen von vorhandenen Baulücken und die Schaffung von Wohnraum in Mehrfamilienhäusern haben. Die vom Bürgermeister geäußerte Vorstellung, Bienenbüttels Einwohnerzahl auf 7500 steigern zu wollen, ist nicht Konsens. Die Gefahr, die Eigenständigkeit zu verlieren, erscheint uns nicht realistisch.

Was erwarten Sie von der Infoveranstaltung?

Tieding: Ich erwarte, dass den Bürgern die vorläufigen Ergebnisse aus den Beratungen im Arbeitskreis präsentiert werden.

Jeßen: Ich erhoffe mir viele Eindrücke aus den Reihen der Bürger und erwarte eine sachliche Berichterstattung über die Ergebnisse des Arbeitskreises und Infos zu Infrastrukturthemen.

Siller: Wir wollen hören, welche Gebiete die Verwaltung auf dem Zettel hat. Zudem erhoffe ich mir Stellungnahmen zu den Fragen, wie es mit den Bauflächen weitergeht und ob auch bezahlbarer Mietwohnraum in Bienenbüttel geschaffen werden soll.

Schelle-Grote: Wir wissen nicht, welche der grob ausgesuchten Flächen als Bauflächen in Frage kommen. Da erhoffe ich mir von der Verwaltung genaue Informationen.

Von Florian Beye

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