Ines Kunas und ihre Mitstreiter sind als Fabelwesen deutschlandweit unterwegs

Die Elfen von Bargdorf

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In Fußgängerzonen sind die Elfen auch unterwegs und hinterlassen ihre Spuren.

Bargdorf – Mitten im Kiefernwald der Wochenendhaus- Siedlung in Bargdorf leben Fabelwesen. Genauer gesagt Elfen. Wobei man im Alltag nicht erkennen kann, dass es sich bei Ines Kunas und Torben Heckmann um die Wald-elfenkönigin und den Wald-elfenkönig handelt.

Aber die beiden und 18 weitere Mitglieder des Elphame-Fairycircus verwandeln sich regelmäßig bei ihren deutschlandweiten Auftritten bei Festivals, Stadtfesten oder auch Hochzeiten in Fabelwesen.

„Eine Freundin und ich haben immer die gleichen Bilder von Elfen gemalt. Wir haben Kinderschminken gemacht, und es ist über die Jahre ausgeartet“, sagt Ines Kunas. Seit mittlerweile zwölf Jahren tritt sie inzwischen mit ihren Mitstreitern auf. „Es ist sehr erfüllend, man ist sehr nah an den Menschen.“ Vor allem Kinder würden mit sehr viel Fantasie reagieren und richtige Geschichten mit ihnen entwickeln. Erwachsene hingegen seien anfangs scheuer. „Sobald aber der erste mit uns interagiert, tauen sie auch auf“, sagt Torben Elflein, der seit knapp einem Jahr bei der Truppe mitmacht.

Wie ein Mitglied des Ensembles auftritt, entscheidet es selbst. So ist Alexandra Stizenbrecher mehrere Jahre als Einhorn aufgetreten und ist inzwischen als Baby-Elfe bekannt. Sie sammle im Winter Überstunden an, um im Sommer bei den Auftritten mitzumachen. „Das Publikum ist dabei jedesmal anders. Und man muss sich immer wieder Gedanken machen, wie weit man gehen kann. Was man dann auch von den Kindern zurückbekommen kann, ist echt heftig“, sagt Alexandra Stizenbrecher.

Bei der Auswahl der Rollen und Kostüme sind keine Grenzen gesetzt.

Doch vor jedem Auftritt muss natürlich auch das Kostüm angelegt werden. „Bis wir uns komplett verwandelt haben, dauert es mindestens drei Stunden“, erklärt Ines Kunas. Es müsse jedes Detail stimmen – vom Übergang der Ohren bis zum letzten Knopf an der Verkleidung. Da seien sie Perfektionisten. „Es muss rund sein“, sagt Ines Kunas. Viele der Kostüme näht sie selbst – meist im Winter, wenn nicht so viele Auftritte anstehen. Zum Teil werden auch mehrere hundert LEDs in die Kleider vernäht. Außerdem achte man darauf, umweltschonende Materialien zu benutzen. Selbst der magische Feenstaub, der großzügig bei den Auftritten verteilt wird, besteht aus biologisch abbaubarem Material.

Auch das Schminken von Kindern und Erwachsenen lassen sich die Elfen nicht nehmen

Bei ihren Aktionen wird nicht immer geredet. „Wir machen auch Silence-Walks. Wir tauchen plötzlich auf, sagen nichts und sind dann schon wieder weg“, berichtet Torben Elflein. Es sei für die Leute Gelegenheit, den Alltag kurz zu verlassen und das Fenster zur Fantasie aufzustoßen, wenn plötzlich sechs Fabelwesen durch die Fußgängerzone laufen. Genau so gut kann man die Elfen aber auch als Barkeeper auf dem Bevenser Stadtfest erleben.

Ihre Mitstreiter suchen Ines Kunas und Torben Heckmann alljährlich mit einem Facebook-Aufruf. „Wir laden dann zu einem Treffen ein und schauen, ob es passt“, sagt Ines Kunas. Ihnen sei wichtig, dass es den Leuten nicht nur darum gehe, möglichst viel Geld zu verdienen, sondern den Menschen eine Freude zu machen. „Wir sind ganz viel Quatsch und Spaß auf einem Haufen“, sagt sie.

VON LARS LOHMANN

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