Stellungnahme zum Regionalen Raumordnungsprogramm beschäftigt Bienenbüttel

Einwohner sind verunsichert

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Das Thema „Fracking“, eine Methode zur Erdgasförderung, spaltet die Gemüter.

Bienenbüttel. Groß war das Interesse der Bienenbütteler an der Sitzung des Bau- und Planungsausschusses, zu der die Gemeinde am Dienstagabend ins Rathaus lud. Mehr als 20 Einwohner verfolgten die Sitzung im kleinen Ratssaal.

Wer keinen Stuhl mehr ergattern konnte, wich auf den angrenzenden Flur aus. Viele Bürger sind verunsichert. Sie fühlen sich in die Meinungsbildung zur Stellungnahme der Änderung und Fortschreibung des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) nicht einbezogen. Diese sieht unter anderem die „vollständige zügige Umsetzung des Ausbaus der A39 Lüneburg-Wolfsburg“ vor. Auch die Mitglieder des eigens gegründeten Begleitausschusses sind sauer. Sie fordern, an der Meinungsbildung beteiligt zu werden.

Die im RROP eingezeichneten Flächen für Sandabbaugebiete schüren ebenfalls den Unmut der Bürger. Sie befürchten Gefahren für Mensch und Natur. Reinhard Meyer und Matthias Sost von der BI Hohnstorf wohnten der Ausschusssitzung bei. Sie warnen vor erheblichen Einschnitten und Benachteiligungen für Bienenbüttel, sofern es zu einer Umsetzung des RROP kommt. An den Ortschaften Hohnstorf, Edendorf und Bargdorf seien demnach Sandabbaugebiete vorgesehen, deren Größe die der Ortschaften bei Weitem übersteige. Die Abbaugebiete werden bis an die örtliche Bebauung herangeführt. Bauamtsleiter Uwe Gundlach erklärte, dass es sich bei den eingezeichneten Flächen lediglich um Vorbehaltsgebiete handele. Konkrete Sandabbauflächen seien nicht geplant.

Auch das in der Stellungnahme festgehaltene „Fracking“, eine Methode zur Erdgasförderung, bei der Risse im tiefen Untergrund erzeugt werden, verunsichert die Bienenbütteler. Landtagsabgeordneter Heiner Scholing, der vertretend für Grünen-Fraktionsmitglied Thomas Weigelt an der Sitzung teilnahm, bezeichnete „Fracking“ als einen Versuch, „auf alten Gleisen weiterzufahren“. Zugleich beantragte er, die Kompetenz des Begleitausschusses zu nutzen. Diesen auszuschließen, halte er für „sehr fragwürdig“. Mehrheitlich stimmten die Mitglieder dafür, den Ausschuss mit ins Boot zu holen. Einig waren sich alle Fraktionen über den Beratungsbedarf zur RROP-Stellungnahme.

Von Melanie Jepsen

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