„Wir gehörten damals noch zum Landkreis Lüneburg“

Eine Wehr im stetigen Wandel: Hohenbosteler Feuerwehr feiert 80-jähriges Bestehen

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Brandeinsätze sind nach wie vor Alltag für die Feuerwehr Hohenbostel, nehmen aber laut dem ehemaligen Ortsbrandmeister Hans-Heinrich Cassier im Vergleich zu Einsätzen nach Extremwetter-Ereignissen ab.

Hohenbostel – Knapp unter 200 Einwohner zählt Hohenbostel im Jahr 1939, als ein Feuer auf einer Hofstelle ausbricht.

1939 wurde die Hohenbosteler Wehr nach einem Brand auf einem Gehöft gegründet. 

Doch eine Wehr gibt es damals noch nicht, sodass die Feuerwehr aus Melbeck zum Löschen ausrücken muss, berichtet Hohenbostels ehemaliger Ortsbrandmeister Hans-Heinrich Cassier. „Wir gehörten damals noch zum Landkreis Lüneburg“, berichtet er. Daher sei die Wehr aus Melbeck angerückt. Der Brand war dann auch Auslöser zur Gründung der Hohenbosteler Feuerwehr, die dieses Jahr ihr 80-jähriges Bestehen feiern wird. Dies geschieht gleichzeitig mit dem traditionellen Kinderfest am Sonnabend, 31. August, ab 15 Uhr am Feuerwehrhaus und wird vom Förderverein organisiert.

In diesen 80 Jahren ihrer Existenz hat sich nicht nur die Feuerwehr verändert, die heute Stützpunktwehr ist, sondern auch Hohenbostel selbst. „Früher waren wir ein Dorf mit 200 Einwohnern heute leben hier über 800 Menschen“, sagt Cassier, der seit 50 Jahren bei der Feuerwehr dabei ist, zunächst in der Jugendfeuerwehr und dann in der Wehr.

Mit dem Ort sei auch die Feuerwehr gewachsen. So kam etwa nach der Waldbrandkatastrophe 1975 ein geländegängiger Unimog zur Waldbrandbekämpfung in den Fuhrpark. Und auch technische Ausrüstung ist über die Jahre verbessert wurden. Gab es in den 80er Jahren nur eine Handvoll Atemschutzgeräteträger, hat die Zahl heute bedeutend zugenommen. „Das wurde von der Gemeinde extrem gefördert“, sagt Cassier.

Technisch sei die Ausrüstung der Feuerwehr heute ungemein besser als noch vor 50 Jahren, sagt Cassier. Geändert hätten sich aber auch Zahl und Art der Einsätze. „Früher wurden wir hauptsächlich zu Brandeinsätzen gerufen. Heute nehmen die Hilfeleistungen zu.“ Extreme Wettereignisse seien heutzutage viel häufiger. So zog im vergangenen Jahr ein Sturm durch Hohenbostel und warf unzählige Bäume um. Und auch die Neubaugebiete in Hohenbostel seien schon von Starkregen überflutet wurden und die Wehr habe Keller auspumpen müssen, berichtet Cassier. Die beiden größten Einsätze der Wehr seien das Elbe-Hochwasser sowie ein durch Funkenflug von der Bahn ausgelöster Waldbrand gewesen. Als die Strecke noch nicht elektrifiziert gewesen sei, habe es diese häufiger gegeben.

VON LARS LOHMANN

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