Eröffnungsbilanz der Gemeinde ist aufgestellt

Bienenbüttel: Was eine Wasserrutsche wert ist

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Auch das Waldbad wurde für die Eröffnungsbilanz der Gemeinde Bienenbüttel bewertet. Dabei wird die Wasserrutsche mit knapp 76 000 Euro verbucht.

Bienenbüttel – Was sind eine Gemeinde und ihr Besitz wert? Diese Frage beantwortet die jetzt fertiggestellte Eröffnungsbilanz der Einheitsgemeinde Bienenbüttel für das Jahr 2011, die im Finanzausschuss vorgestellt wurde.

In jahrelanger Detailarbeit bewertete die Kämmerei zusammen mit der beauftragten Beratungsgesellschaft Uelzener Doppik das Eigentum der Gemeinde zum Stichtag 31. Dezember 2010. So mussten allein für 862 Flurstücke, 200 Straßen und 17 Brücken die Werte ermittelt werden. Insgesamt kommt die Kommune auf eine Bilanzsumme von rund 31,6 Millionen Euro. Allein eineinhalb Jahre hat die Überprüfung des Zahlenwerks der erstellten Eröffnungsbilanz gedauert.

Das bedeute aber noch lange nicht, dass die Gemeinde auf diese Summe auch zurückgreifen kann, erklärt Torsten Arends von der Uelzener Doppik. Denn: „Eine Straße kann man nicht einfach verkaufen.“ Das gelte auch für anderes Infrastrukturvermögen wie das Rathaus oder Feuerwehrhäuser, die von der Gemeinde vorgehalten werden müssen. Die Eröffnungsbilanz stellt laut Arends kein tatsächlich vorhandenes Geldvermögen dar.

Wie detailreich die Bewertung erfolgen musste, zeigt sich am Beispiel des Bienenbütteler Waldbades und der Gemeindebücherei. So musste bei der Bücherei der Wert der gesamten Medien durch eine Inventur ermittelt werden. Er beläuft sich am Stichtag auf 35 000 Euro. Und beim Waldbad musste etwa der Wert einzelner Posten wie der Wasserrutsche ermittelt werden. Deren Wert liegt bei rund 76 000 Euro. So können wiederum die Abschreibungen für die einzelnen Vermögensgegenstände ermittelt werden. „Wir erhalten einen Spiegel der Vergangenheit“, sagt Arends dazu, der ein Meilenstein für die nachfolgenden Jahresabschlüsse sei.

Die Gemeinde Bienenbüttel besitzt aber nicht nur Straßen, sondern auch Kunstwerke. Auf rund 83 000 Euro beziffert sich der Wert der Werke am Skulpturenpfad der Ilmenau.

So ist das Kunstobjekt „Gate 7: Unexpected Encounter“ mit rund 10 000 Euro verbucht, das Werk „Mäandern“ mit rund 9000 Euro. Kunstobjekte müssen nach Angaben des Kämmerers Thomas Schmitter eigentlich nicht abgeschrieben werden, da sie keinen Wertverlust erleiden, doch der Landkreis habe darauf bestanden, zumindest die Werke aus Holz über 25 Jahre abzuschreiben, da diese verrotten würden. Das füllt eine weitere Akte, die die zwei Schränke füllt, die für die Eröffnungsbilanz in Schmitters Büro stehen.

VON LARS LOHMANN

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