Starke Zunahme des Verkehrs führt zu höherem Unfallrisiko

B 4: Eine Straße an der Belastungsgrenze

Die Zunahme des Schwerlastverkehrs nach dem Wegfall der Lkw-Sperrung hat laut Andreas Dobslaw zur Überlastung der Bundesstraße 4 geführt – vor allem zwischen Bienenbüttel und Melbeck.
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Die Zunahme des Schwerlastverkehrs nach dem Wegfall der Lkw-Sperrung hat laut Andreas Dobslaw zur Überlastung der Bundesstraße 4 geführt – vor allem zwischen Bienenbüttel und Melbeck.

Grünhagen – Zwei schwere Unfälle gab es in den vergangenen Wochen auf der Bundesstraße 4 bei Grünhagen. Drei Menschen verloren dabei ihr Leben.

Für Andreas Dobslaw, Verkehrssicherheitsbeauftragter der Polizeiinspektion Lüneburg/Lüchow-Dannenberg/Uelzen, ist eine der Hauptursachen für die hohe Zahl an Unfällen zwischen Bienenbüttel und Melbeck schlichtweg die Überlastung der B 4.

„Seitdem die Mautsperrung aufgehoben wurde, hat der Schwerlastverkehr noch einmal stark zugenommen“, sagt Dobslaw, der auch Vorsitzender der Unfallkommission des Landkreises Uelzen ist. Diese Lkw-Sperrung habe trotz mancher Kritik an ihrer vermeintlichen Wirkungslosigkeit eben doch Wirkung gezeigt. Und schon damals habe ein Gutachten davor gewarnt, dass die B 4 beim Wegfall der Sperrung an ihre Belastungsgrenze stoßen werde.

Die B 4 habe jetzt insgesamt diese Grenze überschritten. Vor allem auf dem Streckenabschnitt zwischen Bienenbüttel und Melbeck sei der Verkehr viel zu dicht, sagt Dobslaw. Dadurch entstünden dann wiederum Umstände, die das Unfallrisiko ansteigen ließen. „Wir haben einen hohen Überholdruck auf dem Abschnitt. Das ist immer ein Anzeichen dafür, dass etwas im Straßenverkehr nicht stimmt“, erklärt Dobslaw. Vor allem zu den Stoßzeiten komme es daher immer wieder zu gefährlichen Situationen. Jeder kleinste Fehler führe dann zu einem Unfall mit zum Teil schwerwiegenden Folgen, so der Verkehrsexperte.

In den nächsten Wochen werde man daher den Streckenabschnitt zwischen Bienenbüttel und Melbeck noch einmal genauer unter die Lupe nehmen. Dazu gehöre auch, die Belastungszahlen für die B 4 in diesem Bereich zu ermitteln. Anschließend würden alle Optionen auf den Tisch kommen, um eine Lösung zu finden, erklärt Dobslaw. Ein 2-plus-1-Ausbau für den genannten Abschnitt sei aber aufgrund der Lage der Straße zwischen Ilmenau, Landschaftsschutzgebiet und Grünhagen wohl nicht möglich.

„Aus Gründen der Verkehrssicherheit würde ich mir wünschen, dass die A 39 möglichst schnell gebaut wird“, sagt Dobslaw. Dadurch würde sich in der Folge auch die Situation auf der B 4 entspannen. Vom Aspekt der Sicherheit her sei eine Autobahn die beste Lösung für den motorisierten Verkehr. Statistisch gesehen kommt es laut Dobslaw vor allem auf den Landstraßen zu tödlichen Unfällen.

VON LARS LOHMANN

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