Im Eichhörnchenweg sorgt eine fehlende Wendemöglichkeit für Probleme bei Müllabfuhr und Co.

Eine Schranke sorgt für Ärger

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Für Hans-Joachim Weber ist die Schranke am Ende des Eichhörnchenwegs in Hohenbostel ein Schildbürgerstreich. Eine Konsequenz der nicht mehr vorhandenen Wendemöglichkeit ist jetzt ein zentraler Müllsammelpunkt.

Hohenbostel. Wenn Hans-Joachim Weber auf die Schranke samt Schild am Ende des Eichhörnchenwegs in Hohenbostel schaut, stößt es ihm sauer auf. Denn mit der Schranke begannen laut dem 76-Jährigen die Probleme für die Anwohner.

Ihren Müll müssen sie jetzt zu einem Sammelplatz bringen, weil das Fahrzeug des Abfallwirtschaftsbetriebes keine Wendemöglichkeit mehr hat und nicht soweit rückwärts in die Straße fahren darf. „Die Postbotin klingelt jetzt auch manchmal an der Tür, damit wir ein Auto wegfahren und sie wenden kann“, sagt Weber.

Stein des Anstoßes ist die Schranke, die ein Landwirt aufgestellt hat, um die dahinter liegende Fläche, die zuvor jahrzehntelang zum Wenden der Fahrzeuge genutzt wurde, als Ackerland zu nutzen. „Ich hätte mir gewünscht, dass man mit den Anwohnern vorher das Gespräch sucht, dann hätten wir auch eine konstruktive Lösung gefunden“, sagt Weber. Die Wendemöglichkeit habe es seit Jahrzehnten gegeben. „Selbst Napoleon hat hier sicherlich vor 200 Jahren sein Pferd gewendet, scherzt Weber. Er lässt durch einen Anwalt prüfen, ob die Schranke rechtens ist.

Momentan müssen die Bewohner der Straße bei Wind und Wetter raus, um den Müll zum Sammelplatz zu bringen. „Es gibt hier viele ältere Leute. Wie soll eine über 90-Jährige bitte die Strecke zum Sammelplatz schaffen?“, kritisiert der 76-Jährige. Er selbst sei zwar noch fit und könne den Müll hinbringen, aber seine Frau sei auf die Hilfe der Nachbarn angewiesen, wenn er nicht da sei. „Und im Winter wird hier nicht einmal gestreut. Das ist ein Schildbürgerstreich“, sagt Weber.

Dem Landkreis sind in Sachen Müllabfuhr und Sammelplatz die Hände gebunden. „Das Rückwärtsfahren ist aufgrund von überarbeiteten Unfallverhütungs- und berufsgenossenschaftlichen Vorgaben bis auf ein Mindestmaß zu reduzieren“, erklärt Kreissprecher Martin Theine. Das Müllfahrzeug fahre im Eichhörnchenweg rund 150 Meter bis zum Tonnensammelplatz rückwärts. Mehr sei nicht vertretbar. Bei Abwägung aller Aspekte habe die Sicherstellung einer sicheren Befahrung der Straße für alle Betroffenen – Müllwerker und Bewohner – Vorrang. Und die Anwohner des Eichhörnchenwegs könnten auch nicht die letzten gewesen sein, die sich mit einem Sammelplatz arrangieren müssen. Der Landkreis überprüft zurzeit rund 500 Straßen. „Es ist davon auszugehen, dass weitere Straßen von dieser Regelung betroffen sein werden“, erklärt Theine.

Von Lars Lohmann

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