Zum Schützenfest kommt die Jugendfeuerwehr aus Mistelbach nach Bienenbüttel

Eine Freundschaft, die hält

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Auch die Freizeitgestaltung spielt bei den Treffen der Mistelbacher und Bienenbütteler natürlich eine Rolle. So standen in der Vergangenheit auch eine Tour im Kletterpark auf dem Programm.

Bienenbüttel. Das Waldbad in Bienenbüttel verwandelt sich am Sonntag in ein Zeltlager. Dort werden Jugendliche aus Österreich für eine Woche ihr Lager aufschlagen, um unter anderem mit den Bienenbüttelern gemeinsam 325 Jahre Schützenfest zu feiern.

Die Jugendlichen und ihre Betreuer sind Mitglieder der Mistelbacher Feuerwehr. Die Wehr aus Niederösterreich und die Bienenbütteler Feuerwehr sind seit 1976 miteinander befreundet.

„Es gab einen internationalen Feuerwehrwettkampf in Niederösterreich und die ursprüngliche Unterbringung war nicht so gut. Die Mistelbacher sind dann eingesprungen und daraus entstand die Freundschaft“, berichtet Markus Eisele, Organisator des Camps. Die Bienenbütteler Wehr habe immer wieder an internationalen Wettbewerben teilgenommen. „Das war Völkerverständigung während des Kalten Krieges. Denn es haben auch Feuerwehren aus Osteuropa an den Turnieren teilgenommen“, erklärt Eisele. So habe es Teilnehmer aus Polen, Ungarn oder dem ehemaligen Jugoslawien gegeben. Entstanden sind daraus im Laufe der Zeit Freundschaften mit dem niederösterreichischen Mistelbach und dem elsässischen Guewenheim.

Während seiner Zeit als Jugendwart sei ihm die Idee gekommen internationale Zeltlager mit den Österreichern und Franzosen zu organisieren. „Normalerweise kennen die Jugendlichen nur Zeltlager auf Kreisebene oder vielleicht noch Bezirks- und Landesebene. Ein Zeltlager im Ausland ist da schon etwas ganz Besonderes“, sagt Eisele. Zusammen mit der Bad Bevenser Jugendfeuerwehr ging es 2008 zum ersten Zeltlager nach Guewenheim. 2011 folgte ein zehntägiges Zeltlager in England. 2012 reisten 60 bis 70 Personen aus Frankreich und Österreich nach Bienenbüttel und lagerten im Waldbad. 2014 kam es dann zum Gegenbesuch ins 40 Kilometer nördlich von Wien gelegene Mistelbach.

„Der Austausch baut Vorurteile ab und es entstehen Freundschaften, die ein Leben lang halten können“, sagt Eisele. So habe auch er Freunde in Mistelbach gefunden und treffe sich regelmäßig mit ihnen. Auch andere Bienenbütteler Feuerwehrleute hätten solche Freundschaften geschlossen.

Die Mistelbacher kommen nicht nur für das Schützenfest nach Bienenbüttel, sondern bekommen von Eisele und seinen Mitstreitern ein vielfältiges Programm geboten. So besuchen sie den Heide Park, erleben, wie die Holzernte in der Heide funktioniert oder fahren einen Tag an die Ostsee nach Laboe.

Außerdem nehmen sie an dem großen Zapfenstreich zum Auftakt des Schützenfestes am kommenden Mittwoch teil. Die Organisation der Ausflüge ist nur ein Teil des Aufgabenspektrums. Fahrer und Fahrzeuge müssen gefunden werden und nicht zuletzt muss auch die Versorgung mit Essen sichergestellt werden. „Jugendliche können ganz schön anstrengend werden, wenn das Essen nicht schmeckt“, weiß Eisele.

Von Lars Lohmann

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