Bienenbüttels Bürgermeister äußert sich zum umstrittenen Umzug der Bibliothek in die Schule

„Es ist eine Frage der Effizienz“

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Dr. Merlin Franke: „Die Bücherei wird erhalten und mit neuen Medien ausgestattet. Wir erschlagen den Sanierungsstau in der Schule, und wir schaffen eine neue Heimat für die Vereine.“

Bienenbüttel. Jetzt plant der Architekt. Bis zum Jahresende will die Einheitsgemeinde Bienenbüttel in der Grundschule ein neues Domizil für die Bücherei schaffen. Nur bis zu diesem Zeitpunkt fließen nämlich 240 000 Euro Fördermittel.

Die Maßnahme ist jedoch umstritten. Bürgermeister Dr. Merlin Franke zeigt für die Kritik vor allem von Elternseite Verständnis, wirbt im Gespräch mit der AZ aber um Verständnis für die Entscheidung der 16 von 19 Ratsmitgliedern.

„Entscheidend ist, dass wir viele Fliegen mit einer Klappe erschlagen“, sagt der Bürgermeister. „Die Bücherei wird erhalten und mit neuen Medien ausgestattet. Wir erschlagen den Sanierungsstau in der Schule, und wir schaffen eine neue Heimat für die Vereine.“ Denn eigentlich handelt es sich um drei Projekte. Ausgangspunkt war der Verkauf des Mühlenbachzentrums in der alten Feuerwehr. Die Immobilie wird verkauft, um Unterhaltungskosten einzusparen. Die Vereine sollen in die Räumlichkeiten der Bücherei im Rathaus einziehen.

Durch den Umzug erhalte die Bücherei eine 15-jährige Bestandsgarantie, erklärt Franke, denn solange läuft die Zweckbindungsfrist der Fördermittel. Immerhin zählt die Einrichtung mit Aufwendungen von jährlich 50 000 Euro zu den freiwilligen Aufgaben. Geichzeitig erledigt sich die Sanierung des Schulatriums. Die Bücherei soll durch den Umzug wachsen – von bislang 130 auf 170 Quadratmeter. Schulleiterin, Schulvorstand und Gesamtkonferenz seien frühzeitig in die Idee eingeweiht worden, so Franke.

Gerade an der Baumaßnahme im Schulatrium entzündete sich die Elternkritik. Von dunklen Korridoren war da die Rede. Dabei werde gar nicht das gesamte Atrium zugebaut, betont Franke. Denn die Bücherei erhalte auf einem Drittel der Fläche einen Lesegarten. Und die Schulgänge Oberlichter. „Der Rat will nichts kaputtmachen. Ich glaube, es ist von Vorteil, wenn Schule und Bücherei näher aneinanderrücken“, zeigt sich der Bürgermeister überzeugt. Denn die Schüler hätten zukünftig den direkten Zugang.

Auch auf den von Schulleiterin und Eltern angemahnten höheren Raumbedarf der Schule geht er ein. Selbstverständlich gebe es durch die Inklusion, die Aufnahme behinderter Schüler, einen höheren Raumbedarf. Aber seit 2002 gebe es 100 Schüler weniger, und die Schule habe einen Werkraum und eine Mensa erhalten. „Welche Schule hat bei zwölf Klassen 15 Klassenräume, einen Gymnastikraum, einen Musikraum, eine Schulküche, einen Werkraum, eine Schulsporthalle, einen Computerraum, eine Schulmensa, eine dann vergrößerte Aula sowie sechs kleinere Fach-, Lager-, Beratungs- oder Betreuungsräume?“, fragt Franke. Und fügt hinzu: „Es ist eine Frage der Effizienz.“

Von Gerhard Sternitzke

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