„Ein Einschnitt für die Region“ 

A 39: Bürgerinitiative Hohnstorf 2011 kritisiert Lärmschutz

Matthias Sost von der Bürgerinitiative Hohnstorf 2011 stellt die Detailplanungen für die geplante A-39-Trasse im Gebiet der Gemeinde Bienenbüttel vor – hier etwa die Planungen für den Bereich Wulfstorf.

Wichmannsburg. „Ob allein oder mit anderen, ich werde auf jeden Fall gegen die A 39 klagen“, sagt Reinhard Meyer. Er erntet donnernden Applaus von rund 40 A-39-Gegnern, die sich auf Einladung der Bürgerinitiative (BI) Hohnstorf 2011 im Gemeindehaus in Wichmannsburg versammelt haben.

Insgesamt vier Hektar Acker würde er durch den geplanten Verlauf der A 39 im zweiten Bauabschnitt zwischen Lüneburg und Bad Bevensen verlieren, erklärt der Hohnstorfer Landwirt. Aufgrund des immer knapper werdenden Ackerlandes bezweifle er, dass er dafür Ersatz findet. Daher ist eine der Forderungen der BI, dass die Landwirte mit Ersatzflächen und nicht mit Geld entschädigt werden. Meyer, Wolfgang Schneider und Matthias Sost stellten im Gemeindehaus die A-39-Planungen für das Gebiet der Gemeinde Bienenbüttel vor.

„Die A 39 ist ein entscheidender Einschnitt für die ganze Region. Wer Interesse hat, die Autobahn zu verhindern, muss sich jetzt einbringen“, sagt Meyer. Er bereite sich gerade intensiv vor, um später klagen zu können. Denn wer jetzt keine Einwendungen formuliere, könne später auch nicht klagen.

„Jeder sollte sich mit den Planungen befassen, sonst kann er böse Überraschungen erleben“, sagt Sost. So könnten auch Flächeneigentümer betroffen sein, deren Eigentum nicht direkt an der Autobahn liegt. „Die Ausgleichsflächen müssen nicht unmittelbar an der Autobahn liegen“, sagt Sost. Geplante Ausgleichsflächen für den Autobahnbau würden sich etwa bei Aljarn befinden.

Hauptziel der BI bleibe es weiterhin, den Autobahnbau zu verhindern. Mit vielen Einwendungen soll daher laut Sost Druck aufgebaut werden. Kritisiert wird etwa der fehlende Lärmschutz für den nur 160 Meter von der Trasse entfernten Slohof. „Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, die Lkws sind fast im Wohnzimmer und es gibt keinen Schallschutz“, sagt Sost. Der geplante Landschaftsschutzwall schaffe keine Abhilfe. Das auch die anderen betroffenen Ortsteile Hohnstorf, Wulfstorf und Edendorf keinen Schallschutz erhalten, ist ein weiterer Kritikpunkt. „Der einzige Lärmschutz auf der ganzen Trasse im Gemeindegebiet ist der an der PWC-Anlage. Damit die Lkw-Fahrer ruhig schlafen können“, sagt Schneider.

Außerdem kritisiert die BI den geplanten Trassenverlauf parallel zum Elbe-Seitenkanal. Dadurch entstehe ein 80 bis 120 Meter breiter Streifen, der weiterhin als Ackerland genutzt werden soll. Der Korridor sei zu schmal und ein unüberwindbares Hindernis für Wild, da es zu wenige Querungsmöglichkeiten gebe. So seien die Brücken über Vierenbach und Hönkenbach zu niedrig, sodass Rotwild diese nicht unterqueren könne.

Dissens herrschte zwischen der BI und Eckehard Niemann. Dieser forderte, die Autobahn durch eine Klage gegen den planfestgestellten Abschnitt 7 Wolfsburg-Ehra-Lessien zu Fall zu bringen. „Dort haben wir die besten Chancen, den Wahnsinn zu stoppen.“ Das lehnt die BI nach Beratung mit ihrem Anwalt hingegen ab.

Von Lars Lohmann

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