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Bebauungsplan für Ilmenauhalle wird neu ausgelegt / Franke und CDU kritisieren Grüne

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Von: Theresa Brand

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Ilmenauhalle Bienenbüttel
Immer wieder sind die baufällige Ilmenauhalle und das geplante neue Mehrzweckzentrum politisches Thema in der Gemeinde. Am Dienstag stimmten Bau- und Verwaltungsausschuss dem überarbeiteten Bebauungsplan zu.  © Theresa Brand

Der Bau- und der Verwaltungsausschuss haben den geänderten Bebauungsplan für die neue Ilmenauhalle gebilligt. Neu dazugekommen sind beispielsweise verbindliche, aber auch optionale Schallschutzwände.

Bienenbüttel – Es geht heiß her im Bauausschuss. Thema ist wieder einmal das geplante Mehrzweckzentrum. Zuletzt hatten die Grünen aufgrund befürchteter Kostensteigerungen neuen Gesprächsbedarf bekundet (AZ berichtete). Dazu erklärt Bürgermeister Merlin Franke: „Während drei Fraktionen konstruktiv und gemeinsam versuchen, das Projekt MZZ voranzutreiben, macht es auf mich immer wieder den Eindruck, dass eine Fraktion, namentlich die Grünen, das Projekt behindern und verzögern will.“ Die von den Grünen angeführten ursprünglichen drei Millionen Euro aus dem Beginn der Planungen seien nur eine Grobkostenschätzung gewesen. Von einem geplanten Mehrzweckzentrum sei damals nicht die Rede gewesen.

Zudem gibt es von der CDU Kritik am Antrag der Grünen, das Prüfverfahren zum Abriss der baufälligen Ilmenauhalle zu stoppen. Fraktionschef Christopher Tieding sagt, ein solcher Antrag sei Blockade, schließlich „kostet jeder Monat Geld“. Andreas Meyer (CDU) ergänzt: „Die Mehrheit der Bürger will diese Halle – so schnell wie möglich.“

Auf die Vorwürfe erwidert Matthias Sost, Mitglied der Grünen-Fraktion, dass seine Partei nicht generell gegen die neue Halle sei. „Es ist definitiv nicht richtig, dass wir gegen das Projekt sind.“ Am Ende stimmen Bauausschuss sowie der anschließend tagende Verwaltungsausschuss einstimmig für den überarbeiteten Bebauungsplan – bei einer Enthaltung von Sost.

Im Vorfeld der durchaus turbulenten Debatte stellt Daniel Civis als Vertreter des beauftragten Planungsbüros den überarbeiteten Bebauungsplan vor. Eines der wesentlichen Themen ist der Schallschutz. Zwar wurde dies im Vorfeld bereits beachtet, die Gemeinde hatte jedoch aufgrund von Einwendungen eine erneute Prüfung der Lärmsituation und der Möglichkeiten zum Schutz in Auftrag gegeben. Im neuen Entwurf des Bebauungsplans ist nun eine verbindliche Schallschutzwand am nördlichen Rand des Parkplatzes eingeplant. Sie werde zwei Meter hoch sein und stelle kein Problem für das Konzept zu Umweltschutz oder Hochwasserrisiko dar. Weitere Schallschutzwände seien potenziell möglich, doch da noch nicht feststehe, wie die Halle endgültig aussehen werde und wo der Baukörper stehe, sei eine konkrete Planung „abschließend erst auf Ebene der Baugenehmigung möglich“, erklärt Daniel Civis. Um Verkehrslärm zu reduzieren, wird auch über einen Bus-Shuttle nachgedacht, sodass der Parkplatz am Bahnhof bei größeren Veranstaltungen mitgenutzt werden könnte.

Der Aspekt der Wirtschaftlichkeit, besonders in Hinblick auf mögliche Folgekosten durch Hochwasserschäden, wurde vom Planungsbüro bereits berücksichtigt. Civis erläutert: „Das Ausschreibungsverfahren bietet Planungssicherheit, sodass die Gemeinde fundiert entscheiden kann.“ Die Lage im Überschwemmungsgebiet wird im Bebauungsplan berücksichtigt, es gibt sowohl Maßnahmen zur Vermeidung als auch zum Ausgleich, sowie eine dem Hochwasserschutz angepasste Bauweise. Die Bemessung orientiert sich laut Planungsbüro dabei nicht nur am vorgegebenen Jahrhunderthochwasser, sondern an einem noch extremeren Wetterereignis. Auch die Sorge um Auswirkungen der geplanten Retentionsmulde auf den Boden sei unbegründet. Daniel Civis erklärt, dass Retentionsmulden teilweise sogar als Ausgleichsfläche genutzt werden, da es sich um unversiegelte, naturnahe Flächen handele, in denen Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum finden. Außerdem wurde der Erhalt der Bäume des Spielplatzes ergänzt. Die Gemeinde kann allenfalls Spielgeräte versetzen oder hinzufügen. Zudem müsste sie Ersatzpflanzungen vornehmen.

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